Fall: Clexane 40 mg Fertigspritze
- Wirkstoff: Enoxaparin-Natrium
- Gruppe: niedermolekulares Heparin
- Form: Fertigspritze zur Injektion unter die Haut
- verschreibungspflichtig
- Patientin: Marta Novak, 32 Jahre
Die unerwünschte Wirkung: Große schmerzhafte Blutergüsse an der Einstichstelle — etwa eine Woche nach Beginn der Injektionen, Dauer seit etwa drei Wochen wiederkehrend, noch nicht erholt.
Teil 1: Beratungsgespräch
Begrüßung und Anliegen
Anamnese
- Das Arzneimittel
- Anwendung und Dosierung
- Nebenwirkungen
- Wechselwirkungen
- Aufbewahrung
- Entsorgung
- Hinweise und Grenzen der Selbstmedikation
- Die aufgetretene Nebenwirkung
- Abschluss
Teil 2: AMK-Bogen — Abschnitt „Arzneimittel“
Was Sie fragen, was ins Feld gehört und worauf es ankommt.
- „Wie hieß das Medikament genau?“
- „Welche Stärke hatten die Kapseln?“
- „Haben Sie die Packung noch, auch die leere?“
- „Auf der Packung stehen eine PZN und eine Chargenbezeichnung — könnten Sie sie mir bringen?“
- „Haben Sie die Kapseln geschluckt?“
- „Wie oft am Tag haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wie viele Kapseln jedes Mal, und zu welcher Uhrzeit?“
- „Von wann bis wann haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wissen Sie das genaue Datum noch?“
- „Wogegen haben Sie das Medikament genommen?“
- „Nehmen Sie noch andere Medikamente?“
- „Auch pflanzliche Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel?“
- „Trat der Juckreiz auf, nachdem Sie mit den Kapseln begonnen hatten?“
In der App folgen alle Abschnitte: Patient/in · Beobachtete unerwünschte Wirkung · Krankheiten und andere anamnestische Besonderheiten · Relevante Untersuchungsergebnisse · Maßnahmen/Therapie · Folgen und Verlauf · Apotheke.
Teil 3: Gespräch mit der Kollegin
Ich habe einen AMK-Bogen zu ausgedehnten Injektionshämatomen unter Enoxaparin bei einer Schwangeren. Der Kern ist eine fehlerhafte Injektionstechnik — und die Patientin stand kurz davor, die Prophylaxe abzubrechen.
In der App folgen: Die Patientin · Das Arzneimittel · Die Nebenwirkung · Angaben aus der Fachinformation · Einordnung · Weiteres Vorgehen.
Prüferfragen
Warum wird in der Schwangerschaft Heparin und kein Cumarin gegeben?
Weil niedermolekulares Heparin ein großes Molekül ist und die Plazenta nicht passiert — es erreicht das Kind nicht. Cumarine wie Phenprocoumon sind dagegen plazentagängig und können das Kind schädigen, besonders im ersten Drittel. Deshalb ist Heparin in der Schwangerschaft das Mittel der Wahl.
Warum darf die Luftblase in der Fertigspritze nicht entfernt werden?
Sie ist Absicht. Am Ende der Injektion schiebt sie den letzten Rest Wirkstoff aus der Nadel, sodass die volle Dosis im Gewebe ankommt, und sie verschließt den Stichkanal. Wer sie vorher herausdrückt, verliert Wirkstoff und begünstigt einen Rückfluss ins Unterhautgewebe — und damit Hämatome.
Beschreiben Sie die korrekte subkutane Injektion.
Hände waschen. Zwischen Daumen und Zeigefinger eine Hautfalte an der Bauchwand anheben, mindestens fünf Zentimeter vom Nabel entfernt, und während der ganzen Injektion halten. Nadel senkrecht vollständig einstechen, langsam über etwa zehn Sekunden injizieren, kurz warten, Nadel gerade herausziehen und erst dann die Falte loslassen. Nicht reiben. Stelle täglich wechseln, Sicherheitsmechanismus auslösen.
- Warum soll die Einstichstelle nicht massiert werden?
- Wie werden die Fertigspritzen gelagert?
- Wie werden gebrauchte Spritzen entsorgt?
- Was ist vor der Entbindung zu beachten?
- Welche seltene, aber ernste Nebenwirkung ist bei Heparinen zu kennen?
- Die Patientin will die Injektionen abbrechen. Wie reagieren Sie?
- Melden Sie einen Fall, der auf einem Anwendungsfehler beruht?
Fachbegriffe zu diesem Fall
| Fachsprache | Für die Kundin |
|---|---|
| niedermolekulares Heparin | Gerinnungshemmer, der gespritzt wird |
| Antikoagulans | Mittel, das die Blutgerinnung hemmt |
| subkutan | unter die Haut |
| Fertigspritze | gebrauchsfertig gefüllte Spritze |
| Thromboseprophylaxe | Vorbeugung eines Blutgerinnsels |
| tiefe Venenthrombose | Blutgerinnsel in einer tiefen Vene, meist im Bein |
| Lungenembolie | Verschluss einer Lungenarterie durch ein verschlepptes Gerinnsel |
| Faktor-V-Leiden | angeborene Neigung zu Blutgerinnseln |
| Hämatom | blauer Fleck, Bluterguss |
| Induration | Verhärtung des Gewebes |
| Thrombozytopenie | zu wenige Blutplättchen |
| HIT | durch Heparin ausgelöster Abfall der Blutplättchen |
| plazentagängig | geht durch den Mutterkuchen zum Kind |
| Plazenta | Mutterkuchen |
| Gravidität | Schwangerschaft |
| Periduralanästhesie | Betäubung über einen Katheter nahe dem Rückenmark |
| Kompressionsstrumpf | Strumpf, der die Venen von außen unterstützt |
| Abwurfbox | stichfestes Gefäß für gebrauchte Kanülen |
| Medikationsfehler | Fehler bei der Anwendung eines Arzneimittels |
| Prophylaxe | Vorbeugung |
Aussprache
| Betonung | Hinweis |
|---|---|
| E·no·xa·pa·RIN | Fünf Silben, Betonung ganz hinten. Das x wird „ks“. |
| Cle·XANE | Zwei Silben, das e am Ende stumm: „Klek-san“. |
FSP Apotheker
Den ganzen Fall und 29 weitere gibt es in der App. 30 Arzneimittelfälle für die Fachsprachprüfung: Beratungsgespräch, AMK-Bogen Feld für Feld, Gespräch mit der Kollegin, Prüferfragen, Fachbegriffe und die Aussprache der Wirkstoffe. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.