Fall: Furosemid 40 mg
- Wirkstoff: Furosemid
- Gruppe: Schleifendiuretikum
- Form: Tabletten
- verschreibungspflichtig
- Patientin: Ingrid Köhler, 79 Jahre
Die unerwünschte Wirkung: Wadenkrämpfe, Schwäche und Herzstolpern seit etwa zwei Wochen — etwa eine Woche nach der Dosiserhöhung, Dauer seit etwa zwei Wochen anhaltend, noch nicht erholt.
Teil 1: Beratungsgespräch
Begrüßung und Anliegen
Anamnese
- Das Arzneimittel
- Anwendung und Dosierung
- Nebenwirkungen
- Wechselwirkungen
- Aufbewahrung
- Entsorgung
- Hinweise und Grenzen der Selbstmedikation
- Die aufgetretene Nebenwirkung
- Abschluss
Teil 2: AMK-Bogen — Abschnitt „Arzneimittel“
Was Sie fragen, was ins Feld gehört und worauf es ankommt.
- „Wie hieß das Medikament genau?“
- „Welche Stärke hatten die Kapseln?“
- „Haben Sie die Packung noch, auch die leere?“
- „Auf der Packung stehen eine PZN und eine Chargenbezeichnung — könnten Sie sie mir bringen?“
- „Haben Sie die Kapseln geschluckt?“
- „Wie oft am Tag haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wie viele Kapseln jedes Mal, und zu welcher Uhrzeit?“
- „Von wann bis wann haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wissen Sie das genaue Datum noch?“
- „Wogegen haben Sie das Medikament genommen?“
- „Nehmen Sie noch andere Medikamente?“
- „Auch pflanzliche Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel?“
- „Trat der Juckreiz auf, nachdem Sie mit den Kapseln begonnen hatten?“
In der App folgen alle Abschnitte: Patient/in · Beobachtete unerwünschte Wirkung · Krankheiten und andere anamnestische Besonderheiten · Relevante Untersuchungsergebnisse · Maßnahmen/Therapie · Folgen und Verlauf · Apotheke.
Teil 3: Gespräch mit der Kollegin
Ich habe einen AMK-Bogen zu einer vermuteten Hypokaliämie unter Furosemid bei einer 79-jährigen Patientin und veranlasse eine kurzfristige Elektrolytkontrolle. Der Punkt ist: Sie hat die Beschwerden zwei Wochen lang für Altersbeschwerden gehalten.
In der App folgen: Die Patientin · Das Arzneimittel · Die Nebenwirkung · Angaben aus der Fachinformation · Einordnung · Weiteres Vorgehen.
Prüferfragen
Wie erklären Sie einer Patientin die Wirkung von Furosemid?
Es sorgt dafür, dass die Niere mehr Salz ausscheidet — und mit dem Salz geht Wasser mit. Dadurch wird das eingelagerte Wasser aus den Beinen und aus der Lunge ausgeschwemmt, und das Herz muss weniger Arbeit leisten. Es wirkt schnell, nach etwa einer halben Stunde, und hält vier bis sechs Stunden an.
Warum wird Furosemid morgens eingenommen?
Weil die Wirkung nach etwa 30 Minuten einsetzt und vier bis sechs Stunden anhält. Morgens genommen läuft sie tagsüber ab. Wird die Tablette am Nachmittag oder Abend genommen, muss die Patientin nachts mehrfach aufstehen — das stört den Schlaf und ist bei älteren Menschen eine erhebliche Sturzgefahr. Bei zwei Gaben liegt die zweite spätestens am frühen Nachmittag.
Woran erkennen Sie einen Kaliummangel?
An Muskelschwäche und Wadenkrämpfen, Müdigkeit und Leistungsminderung, Obstipation — und, am wichtigsten, an Herzrhythmusstörungen oder dem Empfinden von Extraschlägen. Bestätigt wird der Verdacht durch die Bestimmung des Serumkaliums. Bei Palpitationen ist die Abklärung dringlich, weil eine Hypokaliämie Rhythmusstörungen auslösen kann.
- Die Patientin trinkt bewusst wenig gegen die Ödeme. Was antworten Sie?
- Warum soll sich die Patientin täglich wiegen?
- Welche Begleitmedikation verstärkt den Kaliumverlust?
- Warum ist Ibuprofen bei dieser Patientin ungünstig?
- Darf die Patientin selbst Kalium einnehmen?
- Wann müssen unter Furosemid die Blutwerte kontrolliert werden?
- Die Patientin hält ihre Beschwerden für Altersbeschwerden. Was folgt daraus?
Fachbegriffe zu diesem Fall
| Fachsprache | Für die Kundin |
|---|---|
| Diuretikum | harntreibendes Mittel, Wassertablette |
| Schleifendiuretikum | stark wirkendes Entwässerungsmittel |
| Ödem | Schwellung, Wassereinlagerung |
| Herzinsuffizienz | Herzschwäche |
| Lungenödem | Wasser in der Lunge |
| Hypokaliämie | Kaliummangel im Blut |
| Hyperkaliämie | zu viel Kalium im Blut |
| Hyponatriämie | Natriummangel im Blut |
| Elektrolyte | Salze im Körper |
| Exsikkose | Austrocknung |
| Hypovolämie | zu geringe Flüssigkeitsmenge im Kreislauf |
| Palpitation | Herzklopfen, Herzstolpern |
| Arrhythmie | Herzrhythmusstörung |
| Extrasystole | Extraschlag des Herzens |
| Obstipation | Verstopfung |
| Myalgie | Muskelschmerz |
| orthostatische Hypotonie | Blutdruckabfall beim Aufstehen |
| Laxans | Abführmittel |
| Macrogol | Abführmittel, das Wasser im Darm bindet |
| Kreatinin | Blutwert zur Beurteilung der Nierenfunktion |
Aussprache
| Betonung | Hinweis |
|---|---|
| Fu·ro·se·MID | Das s zwischen Vokalen ist weich (wie in „Rose“), das d am Ende klingt wie t. |
FSP Apotheker
Den ganzen Fall und 29 weitere gibt es in der App. 30 Arzneimittelfälle für die Fachsprachprüfung: Beratungsgespräch, AMK-Bogen Feld für Feld, Gespräch mit der Kollegin, Prüferfragen, Fachbegriffe und die Aussprache der Wirkstoffe. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.