Fall: Eliquis 5 mg
- Wirkstoff: Apixaban
- Gruppe: direkter Faktor-Xa-Hemmer
- Form: Filmtabletten
- verschreibungspflichtig
- Patientin: Christa Wagner, 81 Jahre
Die unerwünschte Wirkung: Zahnfleischbluten und große blaue Flecken nach einer Selbstmedikation — etwa vier Tage nach Beginn der Schmerzmitteleinnahme, Dauer seit etwa zehn Tagen anhaltend, noch nicht erholt.
Teil 1: Beratungsgespräch
Begrüßung und Anliegen
Anamnese
- Das Arzneimittel
- Anwendung und Dosierung
- Nebenwirkungen
- Wechselwirkungen
- Aufbewahrung
- Entsorgung
- Hinweise und Grenzen der Selbstmedikation
- Die aufgetretene Nebenwirkung
- Abschluss
Teil 2: AMK-Bogen — Abschnitt „Arzneimittel“
Was Sie fragen, was ins Feld gehört und worauf es ankommt.
- „Wie hieß das Medikament genau?“
- „Welche Stärke hatten die Kapseln?“
- „Haben Sie die Packung noch, auch die leere?“
- „Auf der Packung stehen eine PZN und eine Chargenbezeichnung — könnten Sie sie mir bringen?“
- „Haben Sie die Kapseln geschluckt?“
- „Wie oft am Tag haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wie viele Kapseln jedes Mal, und zu welcher Uhrzeit?“
- „Von wann bis wann haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wissen Sie das genaue Datum noch?“
- „Wogegen haben Sie das Medikament genommen?“
- „Nehmen Sie noch andere Medikamente?“
- „Auch pflanzliche Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel?“
- „Trat der Juckreiz auf, nachdem Sie mit den Kapseln begonnen hatten?“
In der App folgen alle Abschnitte: Patient/in · Beobachtete unerwünschte Wirkung · Krankheiten und andere anamnestische Besonderheiten · Relevante Untersuchungsergebnisse · Maßnahmen/Therapie · Folgen und Verlauf · Apotheke.
Teil 3: Gespräch mit der Kollegin
Ich habe einen AMK-Bogen zu Blutungszeichen unter Apixaban nach einer Selbstmedikation mit Diclofenac. Nebenbei ist mir aufgefallen, dass die Dosis für diese Patientin möglicherweise zu hoch ist — beides gebe ich an die Praxis weiter.
In der App folgen: Die Patientin · Das Arzneimittel · Die Nebenwirkung · Angaben aus der Fachinformation · Einordnung · Weiteres Vorgehen.
Prüferfragen
Worin unterscheidet sich Apixaban von Phenprocoumon?
Apixaban hemmt direkt den Faktor Xa, Phenprocoumon blockiert die Wirkung von Vitamin K und damit die Bildung mehrerer Gerinnungsfaktoren. Praktisch heißt das: Apixaban wirkt schnell und kurz — etwa zwölf Stunden, daher zweimal täglich —, braucht kein INR-Monitoring und hat kaum Wechselwirkungen mit der Ernährung. Phenprocoumon wirkt tagelang nach und wird über den INR gesteuert.
Warum ist eine vergessene Dosis bei Apixaban ernster als bei Marcumar?
Weil Apixaban nur etwa zwölf Stunden wirkt. Fällt eine Einnahme aus, ist der Schutz innerhalb eines Tages weg, und das Schlaganfallrisiko steigt sofort. Phenprocoumon wirkt dagegen tagelang nach — eine ausgelassene Dosis fällt dort kaum ins Gewicht. Deshalb ist bei den direkten oralen Antikoagulanzien die Zuverlässigkeit der Einnahme der entscheidende Faktor.
Wann wird Apixaban bei Vorhofflimmern reduziert dosiert?
Wenn mindestens zwei der drei Kriterien erfüllt sind: Alter 80 Jahre oder älter, Körpergewicht 60 kg oder weniger, Serumkreatinin 1,5 mg/dl oder höher. Dann wird auf 2 × 2,5 mg reduziert; ebenso bei schwerer Nierenfunktionsstörung. Bei dieser Patientin sind Alter und Gewicht erfüllt, das Kreatinin liegt knapp darunter — die Frage gehört trotzdem gestellt.
- Warum sind NSAR unter Apixaban problematisch?
- Welche Blutungszeichen müssen sofort ärztlich abgeklärt werden?
- Wozu dient der Patientenausweis?
- Die Patientin fragt, ob sie das Eliquis weglassen soll. Was antworten Sie?
- Darf die Patientin vor einer Zahnbehandlung selbst pausieren?
- Wie sprechen Sie die Arzneimittelweitergabe unter Nachbarn an?
- Welche Angabe macht den Zusammenhang hier besonders plausibel?
Fachbegriffe zu diesem Fall
| Fachsprache | Für die Kundin |
|---|---|
| Antikoagulans | Mittel, das die Blutgerinnung hemmt |
| direktes orales Antikoagulans | neuerer Gerinnungshemmer ohne Gerinnungskontrolle |
| Faktor Xa | Gerinnungsfaktor, an dem Apixaban ansetzt |
| Vorhofflimmern | unregelmäßiger Herzschlag der Herzvorhöfe |
| Thromboembolie | Verschleppung eines Gerinnsels mit Gefäßverschluss |
| Apoplex | Schlaganfall |
| Hämatom | blauer Fleck, Bluterguss |
| Gingivablutung | Zahnfleischbluten |
| Epistaxis | Nasenbluten |
| Hämaturie | Blut im Urin |
| Meläna | schwarzer Stuhl, Teerstuhl |
| intrakranielle Blutung | Blutung innerhalb des Schädels |
| Antidot | Gegenmittel |
| Thrombozytenaggregationshemmer | Mittel, das das Verklumpen der Blutplättchen hemmt |
| NSAR | entzündungshemmendes Schmerzmittel ohne Kortison |
| Kreatinin | Blutwert zur Beurteilung der Nierenfunktion |
| Niereninsuffizienz | Nierenschwäche |
| P-Glykoprotein | Transporteiweiß, das Arzneistoffe aus Zellen befördert |
| Dosisreduktion | Verringerung der Dosis nach festgelegten Kriterien |
| Patientenausweis | Ausweis, der die Gerinnungshemmung dokumentiert |
Aussprache
| Betonung | Hinweis |
|---|---|
| A·pi·xa·BAN | Betonung auf -ban mit langem a, wie bei Rivaroxaban und Edoxaban. |
| E·LI·quis | qu wird kw: „E-li-kwis“. |
| Di·clo·FE·nac | Betonung auf -fe-, das c am Ende als k. |
FSP Apotheker
Den ganzen Fall und 29 weitere gibt es in der App. 30 Arzneimittelfälle für die Fachsprachprüfung: Beratungsgespräch, AMK-Bogen Feld für Feld, Gespräch mit der Kollegin, Prüferfragen, Fachbegriffe und die Aussprache der Wirkstoffe. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.