Fall: Fentanyl 25 µg/h Matrixpflaster
- Wirkstoff: Fentanyl
- Gruppe: stark wirksames Opioid
- Form: transdermales Pflaster
- verschreibungspflichtig
- Patient: Helmut Vogt, 73 Jahre
Die unerwünschte Wirkung: Starke Müdigkeit und Verwirrtheit nach einem heißen Bad — wenige Stunden nach einem Vollbad, Dauer etwa einen Tag, ohne Schaden erholt.
Teil 1: Beratungsgespräch
Begrüßung und Anliegen
Anamnese
- Das Arzneimittel
- Anwendung und Dosierung
- Nebenwirkungen
- Wechselwirkungen
- Aufbewahrung
- Entsorgung
- Hinweise und Grenzen der Selbstmedikation
- Die aufgetretene Nebenwirkung
- Abschluss
Teil 2: AMK-Bogen — Abschnitt „Arzneimittel“
Was Sie fragen, was ins Feld gehört und worauf es ankommt.
- „Wie hieß das Medikament genau?“
- „Welche Stärke hatten die Kapseln?“
- „Haben Sie die Packung noch, auch die leere?“
- „Auf der Packung stehen eine PZN und eine Chargenbezeichnung — könnten Sie sie mir bringen?“
- „Haben Sie die Kapseln geschluckt?“
- „Wie oft am Tag haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wie viele Kapseln jedes Mal, und zu welcher Uhrzeit?“
- „Von wann bis wann haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wissen Sie das genaue Datum noch?“
- „Wogegen haben Sie das Medikament genommen?“
- „Nehmen Sie noch andere Medikamente?“
- „Auch pflanzliche Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel?“
- „Trat der Juckreiz auf, nachdem Sie mit den Kapseln begonnen hatten?“
In der App folgen alle Abschnitte: Patient/in · Beobachtete unerwünschte Wirkung · Krankheiten und andere anamnestische Besonderheiten · Relevante Untersuchungsergebnisse · Maßnahmen/Therapie · Folgen und Verlauf · Apotheke.
Teil 3: Gespräch mit der Kollegin
Ich habe einen AMK-Bogen zu einer wärmebedingten Überdosierung unter einem Fentanylpflaster. Es ist glimpflich ausgegangen, aber es war knapp, und die Angehörige kannte die Warnzeichen nicht.
In der App folgen: Der Patient · Das Arzneimittel · Die Nebenwirkung · Angaben aus der Fachinformation · Einordnung · Weiteres Vorgehen.
Prüferfragen
Warum darf ein Fentanylpflaster keiner Wärme ausgesetzt werden?
Wärme steigert die Hautdurchblutung und damit die Aufnahme des Wirkstoffs aus dem Depot. Die Konzentration im Blut steigt unkontrolliert an, mit dem Risiko von Sedierung bis zur Atemdepression. Verboten sind Heizkissen, Wärmflaschen, Wärmelampen, Sauna, heiße Vollbäder, beheizte Wasserbetten und direkte Sonne. Auch Fieber wirkt so.
Warum wirkt das Pflaster erst nach Stunden und nach dem Entfernen noch lange nach?
Der Wirkstoff bildet in der Haut ein Depot, aus dem er allmählich ins Blut übergeht. Deshalb dauert es nach dem ersten Aufkleben etwa zwölf Stunden, bis eine wirksame Konzentration erreicht ist. Umgekehrt leert sich das Depot nach dem Entfernen nur langsam: Die Halbwertszeit liegt bei etwa 17 bis 24 Stunden, die Wirkung hält also rund einen Tag an.
Was sind die Warnzeichen einer Opioid-Überdosierung, und was ist zu tun?
Ausgeprägte Schläfrigkeit, schwere Erweckbarkeit, Verwirrtheit, verlangsamte oder flache Atmung, blaue Lippen, stecknadelkopfgroße Pupillen. Dann gilt: Pflaster entfernen und Notruf 112. Beides zusammen — das Entfernen allein wirkt wegen des Hautdepots nicht schnell genug.
- Wie wird das Pflaster korrekt aufgeklebt?
- Warum darf nicht rasiert werden?
- Wie werden gebrauchte Fentanylpflaster entsorgt?
- Welche Kombination ist bei Opioiden besonders gefährlich?
- Was müssen Sie bei einem BTM-Rezept prüfen?
- An welche Opioid-Nebenwirkung gewöhnt sich der Körper nicht?
- Die Angehörige hat im Notfall nichts unternommen. Wie gehen Sie damit um?
Fachbegriffe zu diesem Fall
| Fachsprache | Für die Kundin |
|---|---|
| Opioid | stark wirksames Schmerzmittel |
| Analgetikum | Schmerzmittel |
| Betäubungsmittel | Arzneistoff, der besonderen gesetzlichen Regeln unterliegt |
| transdermal | über die Haut in den Körper |
| Matrixpflaster | Pflaster, in dessen Klebeschicht der Wirkstoff gelöst ist |
| Resorption | Aufnahme des Wirkstoffs in den Körper |
| Depot | Vorrat des Wirkstoffs, aus dem er nach und nach abgegeben wird |
| Halbwertszeit | Zeit, in der die Hälfte des Wirkstoffs abgebaut ist |
| Atemdepression | gefährlich verlangsamte und flache Atmung |
| Somnolenz | auffällige Schläfrigkeit |
| Sedierung | Beruhigung, Müdigkeit |
| Zyanose | Blaufärbung von Lippen und Haut |
| Miosis | stecknadelkopfgroße Pupillen |
| Obstipation | Verstopfung |
| Laxans | Abführmittel |
| Benzodiazepin | Beruhigungsmittel, das auch die Atmung dämpft |
| Toleranz | Gewöhnung, die Wirkung lässt nach |
| Opioidgewöhnung | der Körper ist an Opioide gewöhnt |
| Bedarfsmedikation | Arzneimittel, das nur bei Beschwerden angewendet wird |
| Durchbruchschmerz | Schmerzspitze trotz laufender Dauerbehandlung |
Aussprache
| Betonung | Hinweis |
|---|---|
| Fen·ta·NYL | Das y wird ü: „Fen-ta-nül“. |
FSP Apotheker
Den ganzen Fall und 29 weitere gibt es in der App. 30 Arzneimittelfälle für die Fachsprachprüfung: Beratungsgespräch, AMK-Bogen Feld für Feld, Gespräch mit der Kollegin, Prüferfragen, Fachbegriffe und die Aussprache der Wirkstoffe. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.