Apotheker-Prüfungen

Fall: Loperamid 2 mg

Die unerwünschte Wirkung: Starke Bauchkrämpfe und Verstopfung nach der letzten Anwendung — am zweiten Tag der Einnahme, Dauer etwa vier Tage, ohne Schaden erholt.

Teil 1: Beratungsgespräch

Begrüßung und Anliegen

Apotheker/inGuten Tag, wie kann ich Ihnen helfen?
Kundin/KundeGuten Tag. Ich brauche etwas gegen Durchfall, ich fahre morgen auf eine Tagung.
Der Grund für die Eile — die Tagung — ist mehr als Small Talk: Er erklärt, warum die Patientin ein schnell wirksames Mittel will, und Sie werden ihn am Ende wieder aufgreifen.
Apotheker/inIst das Mittel für Sie selbst?
Kundin/KundeJa, für mich.
Für wen — Patientin selbst
Apotheker/inDamit ich Sie gut beraten kann, würde ich Ihnen ein paar Fragen stellen.
Kundin/KundeGern.

Anamnese

Apotheker/inSeit wann haben Sie den Durchfall, und wie oft am Tag?
Kundin/KundeSeit vorgestern. Gestern war ich sechsmal auf der Toilette.
Beschwerden — Durchfall seit 2 Tagen, gestern 6 Stühle
Häufigkeit und Dauer entscheiden über die Selbstmedikation. Fragen Sie beides in einem Zug, nicht nacheinander.
Apotheker/inIst Blut oder Schleim im Stuhl?
Kundin/KundeNein, nichts dergleichen.
Blut im Stuhl — verneint
Blut im Stuhl schließt Loperamid aus. Das ist die wichtigste Ausschlussfrage bei diesem Wirkstoff.
Apotheker/inHaben Sie Fieber?
Kundin/KundeNein, ich habe heute Morgen gemessen: 36,8.
Fieber — verneint, 36,8 °C
Fieber zusammen mit Durchfall spricht für eine bakterielle Ursache. Dann gehört die Patientin zum Arzt und nicht an den Handverkauf.
Apotheker/inWas haben Sie zuletzt gegessen? Waren Sie im Ausland?
Kundin/KundeNichts Besonderes. Verreist war ich nicht.
Auslöser — kein Auslandsaufenthalt, keine auffällige Mahlzeit
Apotheker/inTrinken Sie ausreichend?
Kundin/KundeEhrlich gesagt zu wenig.
Flüssigkeit — Zufuhr zu gering
Der Flüssigkeitsverlust ist die eigentliche Gefahr bei Durchfall, nicht der Durchfall selbst. Diese Zeile bereitet den wichtigsten Hinweis des Gesprächs vor.
Apotheker/inSind bei Ihnen Darmerkrankungen bekannt, etwa eine chronische Entzündung?
Kundin/KundeNein.
Vorerkrankungen — keine bekannt, insbesondere keine chronisch entzündliche Darmerkrankung
Bei Colitis ulcerosa ist Loperamid nicht angezeigt: Es kann ein toxisches Megakolon begünstigen.
Apotheker/inNehmen Sie regelmäßig Medikamente ein? Auch die Pille?
Kundin/KundeDie Pille, ja. Sonst nichts.
Begleitmedikation — orales Kontrazeptivum
Die Pille gehört hier ausdrücklich erfragt — bei Durchfall ist ihre Wirkung nicht mehr sicher, und darauf müssen Sie später hinweisen.
Apotheker/inKönnten Sie schwanger sein oder stillen Sie?
Kundin/KundeNein, weder noch.
Schwangerschaft — verneint
Apotheker/inHaben Sie Allergien oder Unverträglichkeiten?
Kundin/KundeNicht dass ich wüsste.
Allergien — keine bekannt
Weiter im Gespräch (in der App):

Teil 2: AMK-Bogen — Abschnitt „Arzneimittel“

Was Sie fragen, was ins Feld gehört und worauf es ankommt.

Arzneimittel 1 (Name/Konzentration/Darreichungsform)
Loperamid akut 2 mg Hartkapseln
Name, Stärke und Darreichungsform gehören zusammen in dieses Feld — „Omeprazol“ allein reicht nicht.
PZN und Ch.-B.
Ohne Packung bleibt das Feld leer. Fragen Sie trotzdem danach: Die Chargenbezeichnung ist bei Qualitätsmängeln die wichtigste Angabe des ganzen Bogens.
Applikation
oral
Dosierung
nach Angabe der Patientin etwa 10 Kapseln (20 mg) in zwei Tagen — über der Höchstdosis von 12 mg täglich
Dauer der Anwendung
zwei Tage im März 2026
Indikation
akuter Durchfall
Arzneimittel 2 (Begleitmedikation)
orales Kontrazeptivum (Desogestrel/Ethinylestradiol), 1 × täglich, seit mehreren Jahren
Die Begleitmedikation gehört auf den Bogen, auch wenn sie nicht verdächtig ist — die AMK bewertet den Zusammenhang, nicht die Apotheke.
Vermuteter Zusammenhang mit Arzneimittel Nummer
1
Hier wird eine Nummer angekreuzt, keine Begründung geschrieben. Die Bewertung ist Sache der AMK.

In der App folgen alle Abschnitte: Patient/in · Beobachtete unerwünschte Wirkung · Krankheiten und andere anamnestische Besonderheiten · Relevante Untersuchungsergebnisse · Maßnahmen/Therapie · Folgen und Verlauf · Apotheke.

Teil 3: Gespräch mit der Kollegin

Anlass

Ich habe hier einen Fall für den AMK-Bogen, den ich gern kurz mit dir durchgehen würde. Es geht um eine Nebenwirkung unter Loperamid, bei der ich einen Medikationsfehler als Ursache vermute.

Sagen Sie gleich im ersten Satz, worin die Besonderheit liegt. Ihre Kollegin hört dann von Anfang an in die richtige Richtung.

In der App folgen: Die Patientin · Das Arzneimittel · Die Nebenwirkung · Angaben aus der Fachinformation · Einordnung · Weiteres Vorgehen.

Prüferfragen

Wie erklären Sie einem Patienten die Wirkung von Loperamid?

Loperamid bremst die Bewegung des Darms. Der Inhalt bleibt länger im Darm, es wird mehr Wasser aufgenommen, und der Stuhl wird fester. Es behandelt damit das Symptom, nicht die Ursache.

Zwei Sätze, kein Fachwort. „Peristaltik“ und „Opioidrezeptor“ gehören in Teil 3, nicht in Teil 1.
Wann dürfen Sie Loperamid nicht abgeben?

Bei Blut im Stuhl, bei Fieber, bei Verdacht auf eine bakterielle Darminfektion, bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und bei Kindern unter zwölf Jahren. Ebenso, wenn der Durchfall länger als zwei Tage besteht oder es Hinweise auf einen Darmverschluss gibt.

Diese Liste wird fast immer gefragt. Blut und Fieber stehen an erster Stelle.
Wie lautet die Dosierung in der Selbstmedikation?

Zu Beginn zwei Kapseln, danach eine Kapsel nach jedem ungeformten Stuhl, höchstens sechs Kapseln beziehungsweise 12 mg pro Tag. Ohne ärztlichen Rat höchstens zwei Tage.

Weitere Prüferfragen (Antworten in der App):

Fachbegriffe zu diesem Fall

FachspracheFür die Kundin
ObstipationVerstopfung
DiarrhöDurchfall
Meteorismusaufgeblähter Bauch
FlatulenzBlähungen
abdominellden Bauch betreffend
IleusDarmverschluss
paralytischer IleusDarmverschluss durch Darmlähmung
PeristaltikBewegung des Darms
MotilitätshemmerMittel, das die Darmbewegung bremst
AntidiarrhoikumMittel gegen Durchfall
DehydratationAustrocknung durch Flüssigkeitsverlust
ElektrolyteSalze im Körper
KontrazeptivumVerhütungsmittel
MedikationsfehlerFehler bei der Anwendung eines Arzneimittels
Tageshöchstdosisgrößte Menge, die an einem Tag genommen werden darf
symptomatischdie Beschwerden lindernd, nicht die Ursache
kausaldie Ursache behandelnd
Colitis ulcerosachronisch entzündliche Darmerkrankung

Aussprache

BetonungHinweis
Lo·pe·ra·MIDBetonung hinten, das d am Ende wie t.

FSP Apotheker

Den ganzen Fall und 29 weitere gibt es in der App. 30 Arzneimittelfälle für die Fachsprachprüfung: Beratungsgespräch, AMK-Bogen Feld für Feld, Gespräch mit der Kollegin, Prüferfragen, Fachbegriffe und die Aussprache der Wirkstoffe. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.

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