Fall: Omeprazol 20 mg
- Wirkstoff: Omeprazol
- Gruppe: Protonenpumpenhemmer
- Form: magensaftresistente Hartkapseln
- rezeptfrei
- Patient: Michael Reinhardt, 45 Jahre
Die unerwünschte Wirkung: Starker Juckreiz am Rücken bei der letzten Anwendung — etwa drei Tage nach Beginn der Einnahme, Dauer etwa fünf Tage, ohne Schaden erholt.
Teil 1: Beratungsgespräch
Begrüßung und Anliegen
Anamnese
- Das Arzneimittel
- Anwendung und Dosierung
- Nebenwirkungen
- Wechselwirkungen
- Aufbewahrung
- Entsorgung
- Hinweise und Grenzen der Selbstmedikation
- Die aufgetretene Nebenwirkung
- Abschluss
Teil 2: AMK-Bogen — Abschnitt „Arzneimittel“
Was Sie fragen, was ins Feld gehört und worauf es ankommt.
- „Wie hieß das Medikament genau?“
- „Welche Stärke hatten die Kapseln?“
- „Haben Sie die Packung noch, auch die leere?“
- „Auf der Packung stehen eine PZN und eine Chargenbezeichnung — könnten Sie sie mir bringen?“
- „Haben Sie die Kapseln geschluckt?“
- „Wie oft am Tag haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wie viele Kapseln jedes Mal, und zu welcher Uhrzeit?“
- „Von wann bis wann haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wissen Sie das genaue Datum noch?“
- „Wogegen haben Sie das Medikament genommen?“
- „Nehmen Sie noch andere Medikamente?“
- „Auch pflanzliche Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel?“
- „Trat der Juckreiz auf, nachdem Sie mit den Kapseln begonnen hatten?“
In der App folgen alle Abschnitte: Patient/in · Beobachtete unerwünschte Wirkung · Krankheiten und andere anamnestische Besonderheiten · Relevante Untersuchungsergebnisse · Maßnahmen/Therapie · Folgen und Verlauf · Apotheke.
Teil 3: Gespräch mit der Kollegin
Du, ich habe hier einen Fall, den ich gern mit dir durchgehen würde. Es geht um eine Nebenwirkung, die mir ein Patient gerade berichtet hat — ich habe dazu schon einen AMK-Bogen ausgefüllt.
In der App folgen: Der Patient · Das Arzneimittel · Die Nebenwirkung · Angaben aus der Fachinformation · Einordnung · Weiteres Vorgehen.
Prüferfragen
Was ist die AMK, und wozu dient der Berichtsbogen?
Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker ist der Fachausschuss der ABDA für Pharmakovigilanz. Der Berichtsbogen dient dazu, Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen und Qualitätsmängel zu melden. Aus diesen Meldungen werden Arzneimittelrisiken erkannt, die bei der Zulassung noch nicht bekannt waren, und Maßnahmen zum Schutz der Patienten abgeleitet.
Sind Sie verpflichtet, diese Nebenwirkung zu melden?
Ja. Apothekerinnen und Apotheker sind durch ihre Berufsordnung verpflichtet, Arzneimittelrisiken unverzüglich an die AMK zu melden. Grundsätzlich soll jede unerwünschte Arzneimittelwirkung gemeldet werden, nicht nur die schwere oder die unbekannte.
Wie und wohin melden Sie?
Vorzugsweise über das Online-Formular der AMK. Alternativ gibt es PDF-Formulare, die per Post, Fax oder E-Mail übermittelt werden können. Es gibt zwei Bögen: einen für unerwünschte Arzneimittelwirkungen und einen für Qualitätsmängel.
- Erklären Sie einem Patienten, was ein Protonenpumpenhemmer ist.
- Warum soll Omeprazol vor dem Essen eingenommen werden?
- Warum darf die Kapsel nicht zerbissen werden?
- Welche Wechselwirkung liegt hier vor, und wie erklären Sie sie dem Patienten?
- Wann endet bei Sodbrennen die Selbstmedikation?
- Wie werden Arzneimittelreste entsorgt?
- Was bedeuten PZN und Ch.-B., und warum stehen sie auf dem Bogen?
- Der Patient kann sich an das Datum nicht erinnern. Was tragen Sie ein?
- Wie erklären Sie dem Patienten, warum Sie seine Daten aufnehmen?
Fachbegriffe zu diesem Fall
| Fachsprache | Für die Kundin |
|---|---|
| Pyrosis | Sodbrennen |
| Pruritus | Juckreiz |
| Exanthem | Hautausschlag |
| Urtikaria | Nesselsucht |
| Dysphagie | Schluckstörung |
| Hämatemesis | Bluterbrechen |
| Meläna | schwarzer Stuhl, Teerstuhl |
| Nausea | Übelkeit |
| Obstipation | Verstopfung |
| Flatulenz | Blähungen |
| Refluxösophagitis | Entzündung der Speiseröhre durch aufsteigende Magensäure |
| Protonenpumpenhemmer | Mittel, das die Magensäure drosselt |
| magensaftresistent | löst sich erst im Darm auf, nicht im Magen |
| Enzyminduktion | Anregung der abbauenden Enzyme, das Mittel wirkt schwächer |
| Interaktion | Wechselwirkung |
| Kontraindikation | Gegenanzeige, Grund, das Mittel nicht anzuwenden |
| unerwünschte Arzneimittelwirkung | Nebenwirkung |
| Pharmakovigilanz | Überwachung der Arzneimittelsicherheit |
| Reexposition | erneute Einnahme desselben Mittels |
| nüchtern | mit leerem Magen, vor dem Essen |
| Chargenbezeichnung | Nummer des Herstellungsloses |
| Antazidum | Mittel, das die Magensäure bindet |
Aussprache
| Betonung | Hinweis |
|---|---|
| O·me·pra·ZOL | Das z wie in „Zoll“, nicht wie englisch s. Betonung auf der letzten Silbe. |
| Jo·HAN·nis·kraut | Der Wechselwirkungspartner aus dem Omeprazol-Fall. Lateinisch: Hypericum. |
FSP Apotheker
Den ganzen Fall und 29 weitere gibt es in der App. 30 Arzneimittelfälle für die Fachsprachprüfung: Beratungsgespräch, AMK-Bogen Feld für Feld, Gespräch mit der Kollegin, Prüferfragen, Fachbegriffe und die Aussprache der Wirkstoffe. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.