Fall: Metformin 1000 mg
- Wirkstoff: Metformin
- Gruppe: Biguanid
- Form: Filmtabletten
- verschreibungspflichtig
- Patientin: Fatma Özdemir, 58 Jahre
Die unerwünschte Wirkung: Anhaltender Durchfall und Bauchkrämpfe seit Erhöhung der Dosis — wenige Tage nach der Dosiserhöhung, Dauer seit etwa drei Wochen anhaltend, noch nicht erholt.
Teil 1: Beratungsgespräch
Begrüßung und Anliegen
Anamnese
- Das Arzneimittel
- Anwendung und Dosierung
- Nebenwirkungen
- Wechselwirkungen
- Aufbewahrung
- Entsorgung
- Hinweise und Grenzen der Selbstmedikation
- Die aufgetretene Nebenwirkung
- Abschluss
Teil 2: AMK-Bogen — Abschnitt „Arzneimittel“
Was Sie fragen, was ins Feld gehört und worauf es ankommt.
- „Wie hieß das Medikament genau?“
- „Welche Stärke hatten die Kapseln?“
- „Haben Sie die Packung noch, auch die leere?“
- „Auf der Packung stehen eine PZN und eine Chargenbezeichnung — könnten Sie sie mir bringen?“
- „Haben Sie die Kapseln geschluckt?“
- „Wie oft am Tag haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wie viele Kapseln jedes Mal, und zu welcher Uhrzeit?“
- „Von wann bis wann haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wissen Sie das genaue Datum noch?“
- „Wogegen haben Sie das Medikament genommen?“
- „Nehmen Sie noch andere Medikamente?“
- „Auch pflanzliche Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel?“
- „Trat der Juckreiz auf, nachdem Sie mit den Kapseln begonnen hatten?“
In der App folgen alle Abschnitte: Patient/in · Beobachtete unerwünschte Wirkung · Krankheiten und andere anamnestische Besonderheiten · Relevante Untersuchungsergebnisse · Maßnahmen/Therapie · Folgen und Verlauf · Apotheke.
Teil 3: Gespräch mit der Kollegin
Ich habe einen AMK-Bogen zu einer anhaltenden Diarrhö unter Metformin und möchte deswegen in der Hausarztpraxis anrufen. Es kommen ein Anwendungsfehler und eine eingeschränkte Nierenfunktion zusammen.
In der App folgen: Die Patientin · Das Arzneimittel · Die Nebenwirkung · Angaben aus der Fachinformation · Einordnung · Weiteres Vorgehen.
Prüferfragen
Wie erklären Sie einer Patientin die Wirkung von Metformin?
Metformin sorgt dafür, dass die Leber weniger Zucker ins Blut abgibt, und es hilft dem Körper, wieder besser auf sein eigenes Insulin anzusprechen. Es ist selbst kein Insulin, und allein genommen löst es keine Unterzuckerung aus.
Warum muss Metformin zum Essen genommen werden?
Weil die gastrointestinalen Nebenwirkungen — Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen — nüchtern deutlich stärker ausfallen. Die Fachinformation empfiehlt die Einnahme während oder nach der Mahlzeit ausdrücklich. Zusammen mit einer einschleichenden Dosierung ist das die wirksamste Maßnahme für die Verträglichkeit.
Was ist eine Laktatazidose, und woran erkennt man sie?
Eine Übersäuerung des Blutes durch angehäufte Milchsäure. Sie ist sehr selten, aber lebensbedrohlich. Zeichen sind Muskelschmerzen, vertiefte und beschleunigte Atmung, Bauchschmerzen, starke Schwäche, Frieren und Übelkeit. Begünstigt wird sie durch eingeschränkte Nierenfunktion, Flüssigkeitsmangel, Alkohol und schwere Erkrankungen. Beim Verdacht gehört der Patient sofort in die Klinik.
- Warum muss Metformin vor einer Untersuchung mit Kontrastmittel abgesetzt werden?
- Ab welcher Nierenfunktion ist Metformin problematisch?
- Was raten Sie einem Patienten, der unter Metformin Durchfall bekommt?
- Warum ist Ibuprofen bei dieser Patientin problematisch?
- Welche Langzeitnebenwirkung ist bei Metformin zu beachten?
- Warum tragen Sie den Laborbefund der Patientin ein?
- Die Patientin fragt, ob sie die Tabletten jetzt weglassen soll. Was antworten Sie?
Fachbegriffe zu diesem Fall
| Fachsprache | Für die Kundin |
|---|---|
| Diabetes mellitus Typ 2 | Zuckerkrankheit des Erwachsenenalters |
| Hyperglykämie | Überzuckerung |
| Hypoglykämie | Unterzuckerung |
| HbA1c | Langzeitwert des Blutzuckers |
| Insulinresistenz | verminderte Wirkung des eigenen Insulins |
| Biguanid | Wirkstoffgruppe des Metformins |
| Antidiabetikum | Mittel gegen Zuckerkrankheit |
| Laktatazidose | Übersäuerung des Blutes durch Milchsäure |
| eGFR | geschätzter Nierenwert, wie viel die Niere filtert |
| Niereninsuffizienz | Nierenschwäche |
| Nephrotoxizität | Schädigung der Nieren |
| Diarrhö | Durchfall |
| Dehydratation | Austrocknung durch Flüssigkeitsverlust |
| abdominell | den Bauch betreffend |
| gastrointestinal | Magen und Darm betreffend |
| Kontraindikation | Gegenanzeige |
| Kontrastmittel | Flüssigkeit, die bei Röntgenaufnahmen sichtbar macht |
| Retardform | Form, die den Wirkstoff langsam über Stunden abgibt |
| Gonarthrose | Verschleiß des Kniegelenks |
| Polyneuropathie | Nervenschädigung mit Kribbeln in Händen und Füßen |
Aussprache
| Betonung | Hinweis |
|---|---|
| Met·for·MIN | Betonung auf der letzten Silbe mit langem i. |
FSP Apotheker
Den ganzen Fall und 29 weitere gibt es in der App. 30 Arzneimittelfälle für die Fachsprachprüfung: Beratungsgespräch, AMK-Bogen Feld für Feld, Gespräch mit der Kollegin, Prüferfragen, Fachbegriffe und die Aussprache der Wirkstoffe. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.