Fall: Rosuvastatin 20 mg
- Wirkstoff: Rosuvastatin
- Gruppe: Statin
- Form: Filmtabletten
- verschreibungspflichtig
- Patient: Bernd Weiß, 59 Jahre
Die unerwünschte Wirkung: Zunehmende Muskelschmerzen und dunkler Urin nach Dosiserhöhung — etwa zwei Wochen nach der Dosiserhöhung, Dauer seit etwa zehn Tagen anhaltend, noch nicht erholt.
Teil 1: Beratungsgespräch
Begrüßung und Anliegen
Anamnese
- Das Arzneimittel
- Anwendung und Dosierung
- Nebenwirkungen
- Wechselwirkungen
- Aufbewahrung
- Entsorgung
- Hinweise und Grenzen der Selbstmedikation
- Die aufgetretene Nebenwirkung
- Abschluss
Teil 2: AMK-Bogen — Abschnitt „Arzneimittel“
Was Sie fragen, was ins Feld gehört und worauf es ankommt.
- „Wie hieß das Medikament genau?“
- „Welche Stärke hatten die Kapseln?“
- „Haben Sie die Packung noch, auch die leere?“
- „Auf der Packung stehen eine PZN und eine Chargenbezeichnung — könnten Sie sie mir bringen?“
- „Haben Sie die Kapseln geschluckt?“
- „Wie oft am Tag haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wie viele Kapseln jedes Mal, und zu welcher Uhrzeit?“
- „Von wann bis wann haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wissen Sie das genaue Datum noch?“
- „Wogegen haben Sie das Medikament genommen?“
- „Nehmen Sie noch andere Medikamente?“
- „Auch pflanzliche Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel?“
- „Trat der Juckreiz auf, nachdem Sie mit den Kapseln begonnen hatten?“
In der App folgen alle Abschnitte: Patient/in · Beobachtete unerwünschte Wirkung · Krankheiten und andere anamnestische Besonderheiten · Relevante Untersuchungsergebnisse · Maßnahmen/Therapie · Folgen und Verlauf · Apotheke.
Teil 3: Gespräch mit der Kollegin
Ich habe einen dringenden Fall: Verdacht auf Rhabdomyolyse unter Rosuvastatin in Kombination mit Gemfibrozil. Ich veranlasse noch heute eine Kreatinkinase und habe einen AMK-Bogen ausgefüllt.
In der App folgen: Der Patient · Das Arzneimittel · Die Nebenwirkung · Angaben aus der Fachinformation · Einordnung · Weiteres Vorgehen.
Prüferfragen
Wie wirkt ein Statin?
Es hemmt die HMG-CoA-Reduktase, das Schlüsselenzym der körpereigenen Cholesterinbildung in der Leber. Die Leberzelle bildet daraufhin mehr LDL-Rezeptoren und holt sich vermehrt Cholesterin aus dem Blut — der LDL-Wert sinkt. Über die Laborwerte hinaus stabilisiert das Statin die Ablagerungen in den Gefäßen; deshalb ist es nach einem Infarkt oder Stent Teil der Sekundärprävention.
Welche Muskelbeschwerden können unter Statinen auftreten?
Ein Spektrum: von der Myalgie — Schmerzen und Steifigkeit ohne Enzymanstieg — über die Myopathie mit Muskelschwäche und erhöhter Kreatinkinase bis zur seltenen, aber gefährlichen Rhabdomyolyse mit massivem Muskelzerfall und drohendem akutem Nierenversagen. Typisch sind symmetrische Beschwerden in den großen, körpernahen Muskelgruppen — Oberschenkel, Schultergürtel.
Woran erkennen Sie eine drohende Rhabdomyolyse?
An zunehmenden Muskelschmerzen, ausgeprägter Muskelschwäche, allgemeinem Krankheitsgefühl mit Fieber — und vor allem an dunklem, teefarbenem Urin. Der stammt vom Myoglobin, das aus zerfallenden Muskelzellen freigesetzt wird und die Nieren schädigen kann. Bei diesen Zeichen: sofort Kreatinkinase und Nierenwerte bestimmen lassen und das Statin nach ärztlicher Entscheidung pausieren.
- Warum ist Gemfibrozil bei Rosuvastatin problematisch?
- Welche Faktoren erhöhen das Muskelrisiko unter Statinen?
- Was sagen Sie einem Patienten bei Beginn einer Statintherapie?
- Der Patient soll doch nicht absetzen — warum lassen Sie ihn hier aussetzen?
- Welche weiteren Wechselwirkungen sind bei Statinen wichtig?
- Was ist bei Rotschimmelreis-Präparaten zu beachten?
- Was macht diese Meldung besonders wertvoll?
Fachbegriffe zu diesem Fall
| Fachsprache | Für die Kundin |
|---|---|
| Statin | Mittel, das die Blutfette senkt |
| HMG-CoA-Reduktase | Schlüsselenzym der Cholesterinbildung |
| LDL-Cholesterin | das ungünstige Cholesterin |
| HDL-Cholesterin | das günstige Cholesterin |
| Hyperlipidämie | erhöhte Blutfettwerte |
| Arteriosklerose | Gefäßverkalkung |
| Plaque | Ablagerung in der Gefäßwand |
| Stent | Gefäßstütze zur Offenhaltung eines Herzkranzgefäßes |
| Sekundärprävention | Vorbeugung eines erneuten Ereignisses |
| Myalgie | Muskelschmerz |
| Myopathie | Muskelerkrankung mit Schwäche und Enzymanstieg |
| Rhabdomyolyse | Zerfall von Muskelgewebe |
| Myoglobin | Muskeleiweiß, das den Urin dunkel färbt |
| Kreatinkinase | Blutwert, der eine Muskelschädigung anzeigt |
| proximal | körpernah, z. B. Oberschenkel und Schultergürtel |
| Transaminasen | Leberwerte im Blut |
| Fibrat | Mittel, das vor allem die Triglyzeride senkt |
| OATP1B1 | Transporteiweiß, das Arzneistoffe in die Leberzelle aufnimmt |
| Monacolin K | statinähnlicher Stoff in Rotschimmelreis |
| akutes Nierenversagen | plötzlicher Ausfall der Nierenfunktion |
Aussprache
| Betonung | Hinweis |
|---|---|
| Ro·su·va·sta·TIN | Betonung auf -tin, wie bei allen Statinen. |
| Gem·fi·BRO·zil | Hartes g, das z als ts: „Gem-fi-bro-zil“. |
FSP Apotheker
Den ganzen Fall und 29 weitere gibt es in der App. 30 Arzneimittelfälle für die Fachsprachprüfung: Beratungsgespräch, AMK-Bogen Feld für Feld, Gespräch mit der Kollegin, Prüferfragen, Fachbegriffe und die Aussprache der Wirkstoffe. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.