Fall: Montelukast 4 mg Kautabletten
- Wirkstoff: Montelukast
- Gruppe: Leukotrien-Rezeptor-Antagonist
- Form: Kautabletten
- verschreibungspflichtig
- Patient: Luis Sander, 5 Jahre
Die unerwünschte Wirkung: Albträume, nächtliches Schreien und ungewohnte Aggressivität — etwa zwei Wochen nach Beginn der Einnahme, Dauer seit etwa drei Wochen anhaltend, noch nicht erholt.
Teil 1: Beratungsgespräch
Begrüßung und Anliegen
Anamnese
- Das Arzneimittel
- Anwendung und Dosierung
- Nebenwirkungen
- Wechselwirkungen
- Aufbewahrung
- Entsorgung
- Hinweise und Grenzen der Selbstmedikation
- Die aufgetretene Nebenwirkung
- Abschluss
Teil 2: AMK-Bogen — Abschnitt „Arzneimittel“
Was Sie fragen, was ins Feld gehört und worauf es ankommt.
- „Wie hieß das Medikament genau?“
- „Welche Stärke hatten die Kapseln?“
- „Haben Sie die Packung noch, auch die leere?“
- „Auf der Packung stehen eine PZN und eine Chargenbezeichnung — könnten Sie sie mir bringen?“
- „Haben Sie die Kapseln geschluckt?“
- „Wie oft am Tag haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wie viele Kapseln jedes Mal, und zu welcher Uhrzeit?“
- „Von wann bis wann haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wissen Sie das genaue Datum noch?“
- „Wogegen haben Sie das Medikament genommen?“
- „Nehmen Sie noch andere Medikamente?“
- „Auch pflanzliche Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel?“
- „Trat der Juckreiz auf, nachdem Sie mit den Kapseln begonnen hatten?“
In der App folgen alle Abschnitte: Patient/in · Beobachtete unerwünschte Wirkung · Krankheiten und andere anamnestische Besonderheiten · Relevante Untersuchungsergebnisse · Maßnahmen/Therapie · Folgen und Verlauf · Apotheke.
Teil 3: Gespräch mit der Kollegin
Ich habe einen AMK-Bogen zu einer neuropsychiatrischen Reaktion unter Montelukast bei einem fünfjährigen Jungen. Die Mutter hatte den Zusammenhang nicht hergestellt — sie hielt es für eine Entwicklungsphase.
In der App folgen: Der Patient · Das Arzneimittel · Die Nebenwirkung · Angaben aus der Fachinformation · Einordnung · Weiteres Vorgehen.
Prüferfragen
Wie wirkt Montelukast?
Bei einer allergischen oder entzündlichen Reaktion werden Leukotriene freigesetzt — Botenstoffe, die die Bronchien verengen, die Schleimhaut anschwellen lassen und die Schleimbildung anregen. Montelukast blockiert deren Rezeptoren. Es ist kein Kortison und wirkt auf einem völlig anderen Weg; deshalb ersetzt es das inhalative Kortikoid nicht, sondern ergänzt es.
Welche Nebenwirkung von Montelukast müssen Sie bei der Abgabe ansprechen?
Die neuropsychiatrischen Reaktionen: Albträume, Schlafwandeln, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Unruhe, Aggressivität, Angst, Depression und — sehr selten — Suizidgedanken. Sie können in jedem Alter und zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten. Dazu ist ein Rote-Hand-Brief ergangen, der ausdrücklich verlangt, Patienten und Betreuungspersonen darauf hinzuweisen.
Was ist ein Rote-Hand-Brief?
Ein Informationsschreiben des pharmazeutischen Unternehmers an die Fachkreise über neu erkannte, bedeutsame Arzneimittelrisiken oder erforderliche Maßnahmen. Er wird mit den Bundesoberbehörden — BfArM oder Paul-Ehrlich-Institut — abgestimmt und trägt als Kennzeichen die stilisierte rote Hand. In der Apotheke wird er zur Kenntnis genommen, dokumentiert und in der Beratung umgesetzt.
- Warum wird Montelukast abends eingenommen?
- Welche Stärken gibt es, und für welches Alter?
- Die Mutter fragt, ob sie die Tablette heute Abend weglassen soll. Was antworten Sie?
- Warum betonen Sie, dass das Kortisonspray weiterläuft?
- Was ist auf dem Bogen besonders wichtig, um den Zusammenhang beurteilbar zu machen?
- Wie sprechen Sie eine mögliche Verhaltensänderung bei einem Kind an, ohne die Eltern zu verunsichern?
- Warum melden Sie, obwohl die Nebenwirkung längst bekannt ist?
Fachbegriffe zu diesem Fall
| Fachsprache | Für die Kundin |
|---|---|
| Asthma bronchiale | chronische Verengung und Entzündung der Atemwege |
| Leukotriene | körpereigene Botenstoffe der allergischen Entzündung |
| Leukotrien-Rezeptor-Antagonist | Mittel, das die Andockstellen der Leukotriene blockiert |
| Bronchokonstriktion | Verengung der Bronchien |
| Giemen | pfeifendes Atemgeräusch |
| Exazerbation | akute Verschlechterung einer chronischen Erkrankung |
| atopische Dermatitis | Neurodermitis |
| Atopie | angeborene Neigung zu Allergien |
| Allergenkarenz | Vermeidung des auslösenden Stoffes |
| neuropsychiatrisch | Nerven und Psyche betreffend |
| Insomnie | Schlaflosigkeit |
| Somnambulismus | Schlafwandeln |
| Albtraum | angstbesetzter Traum |
| Agitiertheit | krankhafte Unruhe |
| Aggressivität | gesteigerte Angriffsbereitschaft |
| Rote-Hand-Brief | behördlich abgestimmtes Warnschreiben zu einem Arzneimittelrisiko |
| BfArM | Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte |
| Nutzen-Risiko-Abwägung | Abwägung zwischen Vorteil und Gefahr einer Behandlung |
| Latenz | Zeitspanne zwischen Einnahme und Auftreten einer Wirkung |
| Kautablette | Tablette, die zerkaut und nicht geschluckt wird |
Aussprache
| Betonung | Hinweis |
|---|---|
| Mon·te·LU·kast | Betonung auf -lu-, das a in -kast kurz. |
FSP Apotheker
Den ganzen Fall und 29 weitere gibt es in der App. 30 Arzneimittelfälle für die Fachsprachprüfung: Beratungsgespräch, AMK-Bogen Feld für Feld, Gespräch mit der Kollegin, Prüferfragen, Fachbegriffe und die Aussprache der Wirkstoffe. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.