Apotheker-Prüfungen

Fall: Viani Diskus 50/250

Die unerwünschte Wirkung: Heiserkeit und weiße Beläge im Mund seit einigen Wochen — etwa vier Wochen nach Beginn der Anwendung, Dauer seit etwa acht Wochen anhaltend, noch nicht erholt.

Teil 1: Beratungsgespräch

Begrüßung und Anliegen

Apotheker/inGuten Tag, wie kann ich Ihnen helfen?
Kundin/KundeGuten Tag. Ich möchte dieses Rezept einlösen, für mein Asthmaspray.
„Spray“ ist hier bereits ein Hinweis: Der Diskus ist kein Spray, sondern ein Pulverinhalator. Merken Sie sich das Wort — Sie kommen darauf zurück.
Apotheker/inGern. Auf dem Rezept steht Viani Diskus. Ist es für Sie selbst?
Kundin/KundeJa.
Für wen — Patientin selbst
Apotheker/inDamit ich Sie gut beraten kann, hätte ich einige Fragen. Ist das in Ordnung?
Kundin/KundeJa, gern.

Anamnese

Apotheker/inBekommen Sie den Diskus zum ersten Mal, oder haben Sie ihn schon länger?
Kundin/KundeSeit etwa drei Monaten. Vorher hatte ich nur das Notfallspray.
Vorerfahrung — Diskus seit etwa 3 Monaten, zuvor nur Bedarfsmedikation
Diese Frage entscheidet über das ganze Gespräch: Bei der Ersteinstellung erklären Sie das Gerät, bei einer Folgeverordnung prüfen Sie die Handhabung. Hier ist beides nötig.
Apotheker/inWie geht es Ihnen damit? Wie oft brauchen Sie das Notfallspray noch?
Kundin/KundeBesser, wirklich. Das Notfallspray brauche ich vielleicht einmal die Woche.
Asthmakontrolle — Bedarfsmedikation etwa 1 × wöchentlich
Der Verbrauch des Notfallsprays ist der beste Einzelhinweis auf die Asthmakontrolle. Mehr als zweimal pro Woche spricht für unzureichende Einstellung.
Apotheker/inWachen Sie nachts wegen der Atemnot auf?
Kundin/KundeSeit dem Diskus nicht mehr. Vorher schon.
Nächtliche Beschwerden — seit Beginn der Dauertherapie keine
Apotheker/inSind bei Ihnen weitere Erkrankungen bekannt?
Kundin/KundeSchilddrüse, Unterfunktion. Und der Blutdruck ist etwas hoch.
Vorerkrankungen — Hypothyreose, arterielle Hypertonie
Apotheker/inWelche Medikamente nehmen Sie dafür?
Kundin/KundeL-Thyroxin 75 morgens und eine Blutdrucktablette, Amlodipin.
Begleitmedikation — L-Thyroxin 75 µg, Amlodipin
Apotheker/inHaben Sie Allergien oder Unverträglichkeiten?
Kundin/KundeGegen Hausstaub. Medikamente vertrage ich alle.
Allergien — Hausstaubmilbenallergie; keine Arzneimittelallergie bekannt
Apotheker/inRauchen Sie?
Kundin/KundeFrüher. Vor zwölf Jahren aufgehört.
Genussmittel — Nichtraucherin seit 12 Jahren
Weiter im Gespräch (in der App):

Teil 2: AMK-Bogen — Abschnitt „Arzneimittel“

Was Sie fragen, was ins Feld gehört und worauf es ankommt.

Arzneimittel 1 (Name/Konzentration/Darreichungsform)
Viani 50 µg/250 µg Diskus (Salmeterol/Fluticasonpropionat), Pulverinhalator
Name, Stärke und Darreichungsform gehören zusammen in dieses Feld — „Omeprazol“ allein reicht nicht.
PZN und Ch.-B.
Ohne Packung bleibt das Feld leer. Fragen Sie trotzdem danach: Die Chargenbezeichnung ist bei Qualitätsmängeln die wichtigste Angabe des ganzen Bogens.
Applikation
inhalativ
Dosierung
2 × täglich 1 Hub, morgens und abends
Dauer der Anwendung
seit etwa drei Monaten, laufend
Indikation
Asthma bronchiale, Dauertherapie
Arzneimittel 2 (Begleitmedikation)
L-Thyroxin 75 µg 1 × täglich morgens nüchtern; Amlodipin 1 × täglich; Salbutamol-Dosieraerosol bei Bedarf, etwa 1 × wöchentlich
Die Begleitmedikation gehört auf den Bogen, auch wenn sie nicht verdächtig ist — die AMK bewertet den Zusammenhang, nicht die Apotheke.
Vermuteter Zusammenhang mit Arzneimittel Nummer
1
Hier wird eine Nummer angekreuzt, keine Begründung geschrieben. Die Bewertung ist Sache der AMK.

In der App folgen alle Abschnitte: Patient/in · Beobachtete unerwünschte Wirkung · Krankheiten und andere anamnestische Besonderheiten · Relevante Untersuchungsergebnisse · Maßnahmen/Therapie · Folgen und Verlauf · Apotheke.

Teil 3: Gespräch mit der Kollegin

Anlass

Ich habe einen AMK-Bogen ausgefüllt zu einem Mundsoor unter einem inhalativen Kortikoid. Der eigentliche Punkt ist aber ein Anwendungsfehler, den wir heute korrigiert haben.

Nennen Sie beides im ersten Satz: die gemeldete Nebenwirkung und ihre vermeidbare Ursache.

In der App folgen: Die Patientin · Das Arzneimittel · Die Nebenwirkung · Angaben aus der Fachinformation · Einordnung · Weiteres Vorgehen.

Prüferfragen

Erklären Sie Schritt für Schritt die Anwendung eines Diskus.

Gehäuse aufschieben, bis es klickt. Hebel bis zum Anschlag schieben — die Dosis liegt bereit. Ausatmen, neben dem Gerät, niemals hinein. Mundstück fest umschließen und kräftig und tief einatmen. Atem etwa zehn Sekunden anhalten, dann durch die Nase ausatmen. Gerät schließen, Mund ausspülen. Zum Schluss das Zählwerk beachten.

Diese Frage kommt bei jedem Inhalativum. Lernen Sie eine Reihenfolge und sprechen Sie sie flüssig — Stocken wirkt hier besonders ungünstig.
Worin unterscheidet sich die Inhalation aus einem Pulverinhalator von der aus einem Dosieraerosol?

Beim Pulverinhalator erzeugt der Patient den Wirkstoffstrom selbst: Er muss kräftig und tief einatmen. Beim Dosieraerosol treibt das Gerät den Sprühstoß aus, und der Patient atmet langsam und gleichmäßig ein, zeitgleich mit dem Auslösen. Genau umgekehrt also — und deshalb ist die Umstellung zwischen den Systemen fehleranfällig.

Der Merksatz „Pulver kräftig, Spray langsam“ trägt. Erwähnen Sie beim Dosieraerosol auch die Koordination — sie ist dort der häufigste Fehler.
Warum muss nach der Inhalation der Mund ausgespült werden?

Ein Teil des Pulvers bleibt in Mund und Rachen zurück. Das Kortikoid dämpft dort die örtliche Abwehr, und es kann sich ein Mundsoor entwickeln; außerdem entsteht Heiserkeit. Ausspülen und ausspucken — nicht schlucken — entfernt den Rest. Zähneputzen unmittelbar danach wirkt genauso.

„Ausspucken, nicht schlucken“ gehört dazu. Wer das Wasser schluckt, nimmt den Wirkstoff auf.
Weitere Prüferfragen (Antworten in der App):

Fachbegriffe zu diesem Fall

FachspracheFür die Kundin
Asthma bronchialechronische Verengung und Entzündung der Atemwege
DyspnoeAtemnot
DysphonieHeiserkeit
MundsoorPilzbefall im Mund
oropharyngeale CandidosePilzbefall in Mund und Rachen
TremorZittern
PalpitationHerzklopfen
BronchospasmusVerkrampfung der Bronchien
BronchodilatationErweiterung der Bronchien
Beta-2-SympathomimetikumMittel, das die Bronchien erweitert
inhalatives Kortikoideingeatmetes Kortison gegen die Entzündung in den Atemwegen
systemischim ganzen Körper wirkend
topischörtlich, nur am Ort der Anwendung wirkend
PulverinhalatorGerät, aus dem der Wirkstoff als Pulver eingeatmet wird
DosieraerosolSpray, das den Wirkstoff mit Treibgas abgibt
BedarfsmedikationArzneimittel, das nur bei Beschwerden angewendet wird
DauertherapieBehandlung, die regelmäßig fortgeführt wird
hygroskopischFeuchtigkeit anziehend
AllergenkarenzVermeidung des auslösenden Stoffes
AdhärenzEinhalten der vereinbarten Behandlung

Aussprache

BetonungHinweis
Sal·ME·te·rolNone
Flu·ti·ca·SONDas c bleibt k, das s ist weich: „Flu-ti-ka-son“. Vollständig: Fluticasonpropionat.
Vi·A·niDas v wie w: „Wi-a-ni“.

FSP Apotheker

Den ganzen Fall und 29 weitere gibt es in der App. 30 Arzneimittelfälle für die Fachsprachprüfung: Beratungsgespräch, AMK-Bogen Feld für Feld, Gespräch mit der Kollegin, Prüferfragen, Fachbegriffe und die Aussprache der Wirkstoffe. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.

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