Fall: Viani Diskus 50/250
- Wirkstoff: Salmeterol und Fluticasonpropionat
- Gruppe: langwirksamer Beta-2-Sympathomimetikum mit inhalativem Kortikoid
- Form: Pulverinhalator
- verschreibungspflichtig
- Patientin: Renate Hartmann, 64 Jahre
Die unerwünschte Wirkung: Heiserkeit und weiße Beläge im Mund seit einigen Wochen — etwa vier Wochen nach Beginn der Anwendung, Dauer seit etwa acht Wochen anhaltend, noch nicht erholt.
Teil 1: Beratungsgespräch
Begrüßung und Anliegen
Anamnese
- Das Arzneimittel
- Anwendung und Dosierung
- Nebenwirkungen
- Wechselwirkungen
- Aufbewahrung
- Entsorgung
- Hinweise und Grenzen der Selbstmedikation
- Die aufgetretene Nebenwirkung
- Abschluss
Teil 2: AMK-Bogen — Abschnitt „Arzneimittel“
Was Sie fragen, was ins Feld gehört und worauf es ankommt.
- „Wie hieß das Medikament genau?“
- „Welche Stärke hatten die Kapseln?“
- „Haben Sie die Packung noch, auch die leere?“
- „Auf der Packung stehen eine PZN und eine Chargenbezeichnung — könnten Sie sie mir bringen?“
- „Haben Sie die Kapseln geschluckt?“
- „Wie oft am Tag haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wie viele Kapseln jedes Mal, und zu welcher Uhrzeit?“
- „Von wann bis wann haben Sie das Medikament eingenommen?“
- „Wissen Sie das genaue Datum noch?“
- „Wogegen haben Sie das Medikament genommen?“
- „Nehmen Sie noch andere Medikamente?“
- „Auch pflanzliche Mittel oder Nahrungsergänzungsmittel?“
- „Trat der Juckreiz auf, nachdem Sie mit den Kapseln begonnen hatten?“
In der App folgen alle Abschnitte: Patient/in · Beobachtete unerwünschte Wirkung · Krankheiten und andere anamnestische Besonderheiten · Relevante Untersuchungsergebnisse · Maßnahmen/Therapie · Folgen und Verlauf · Apotheke.
Teil 3: Gespräch mit der Kollegin
Ich habe einen AMK-Bogen ausgefüllt zu einem Mundsoor unter einem inhalativen Kortikoid. Der eigentliche Punkt ist aber ein Anwendungsfehler, den wir heute korrigiert haben.
In der App folgen: Die Patientin · Das Arzneimittel · Die Nebenwirkung · Angaben aus der Fachinformation · Einordnung · Weiteres Vorgehen.
Prüferfragen
Erklären Sie Schritt für Schritt die Anwendung eines Diskus.
Gehäuse aufschieben, bis es klickt. Hebel bis zum Anschlag schieben — die Dosis liegt bereit. Ausatmen, neben dem Gerät, niemals hinein. Mundstück fest umschließen und kräftig und tief einatmen. Atem etwa zehn Sekunden anhalten, dann durch die Nase ausatmen. Gerät schließen, Mund ausspülen. Zum Schluss das Zählwerk beachten.
Worin unterscheidet sich die Inhalation aus einem Pulverinhalator von der aus einem Dosieraerosol?
Beim Pulverinhalator erzeugt der Patient den Wirkstoffstrom selbst: Er muss kräftig und tief einatmen. Beim Dosieraerosol treibt das Gerät den Sprühstoß aus, und der Patient atmet langsam und gleichmäßig ein, zeitgleich mit dem Auslösen. Genau umgekehrt also — und deshalb ist die Umstellung zwischen den Systemen fehleranfällig.
Warum muss nach der Inhalation der Mund ausgespült werden?
Ein Teil des Pulvers bleibt in Mund und Rachen zurück. Das Kortikoid dämpft dort die örtliche Abwehr, und es kann sich ein Mundsoor entwickeln; außerdem entsteht Heiserkeit. Ausspülen und ausspucken — nicht schlucken — entfernt den Rest. Zähneputzen unmittelbar danach wirkt genauso.
- Darf der Diskus bei akuter Atemnot angewendet werden?
- Wie beruhigen Sie eine Patientin, die Angst vor Kortison hat?
- Die Patientin fragt, warum sie inhalieren soll, obwohl sie beschwerdefrei ist. Was antworten Sie?
- Warum ist ein Betablocker bei Asthma problematisch — auch als Augentropfen?
- Warum gehört ein Pulverinhalator nicht ins Badezimmer?
- Sie tragen „noch nicht erholt“ ein. Warum ist dieses Feld wichtig?
- Warum lassen Sie sich die Anwendung vorführen, statt sie nur zu erklären?
Fachbegriffe zu diesem Fall
| Fachsprache | Für die Kundin |
|---|---|
| Asthma bronchiale | chronische Verengung und Entzündung der Atemwege |
| Dyspnoe | Atemnot |
| Dysphonie | Heiserkeit |
| Mundsoor | Pilzbefall im Mund |
| oropharyngeale Candidose | Pilzbefall in Mund und Rachen |
| Tremor | Zittern |
| Palpitation | Herzklopfen |
| Bronchospasmus | Verkrampfung der Bronchien |
| Bronchodilatation | Erweiterung der Bronchien |
| Beta-2-Sympathomimetikum | Mittel, das die Bronchien erweitert |
| inhalatives Kortikoid | eingeatmetes Kortison gegen die Entzündung in den Atemwegen |
| systemisch | im ganzen Körper wirkend |
| topisch | örtlich, nur am Ort der Anwendung wirkend |
| Pulverinhalator | Gerät, aus dem der Wirkstoff als Pulver eingeatmet wird |
| Dosieraerosol | Spray, das den Wirkstoff mit Treibgas abgibt |
| Bedarfsmedikation | Arzneimittel, das nur bei Beschwerden angewendet wird |
| Dauertherapie | Behandlung, die regelmäßig fortgeführt wird |
| hygroskopisch | Feuchtigkeit anziehend |
| Allergenkarenz | Vermeidung des auslösenden Stoffes |
| Adhärenz | Einhalten der vereinbarten Behandlung |
Aussprache
| Betonung | Hinweis |
|---|---|
| Sal·ME·te·rol | None |
| Flu·ti·ca·SON | Das c bleibt k, das s ist weich: „Flu-ti-ka-son“. Vollständig: Fluticasonpropionat. |
| Vi·A·ni | Das v wie w: „Wi-a-ni“. |
FSP Apotheker
Den ganzen Fall und 29 weitere gibt es in der App. 30 Arzneimittelfälle für die Fachsprachprüfung: Beratungsgespräch, AMK-Bogen Feld für Feld, Gespräch mit der Kollegin, Prüferfragen, Fachbegriffe und die Aussprache der Wirkstoffe. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.