Apotheker-Prüfungen

Kenntnisprüfung Apotheker: Arzneimitteltherapiesicherheit

95 Fragen zu Arzneimitteltherapiesicherheit stehen in der App, jede mit ausformulierter Antwort zum Aufsagen. Drei davon hier vollständig.

Was tun Sie, wenn keine Adhärenz vorliegt?
Antwort

Zuerst kläre ich die Ursache, denn die Maßnahme hängt vom Grund ab. Unbeabsichtigte Non-Adhärenz entsteht durch Vergessen, Überforderung oder praktische Hürden — dagegen helfen Dosierhilfen, ein Wochendispenser, Erinnerungen am Handy, ein vereinfachtes Schema mit weniger Einnahmezeitpunkten oder eine Verblisterung. Beabsichtigte Non-Adhärenz entsteht aus Zweifeln am Nutzen, Angst vor Nebenwirkungen oder Kosten — dagegen hilft nur das Gespräch: Nutzen erklären, Sorgen ernst nehmen, Nebenwirkungen benennen und mit dem Arzt nach Alternativen suchen.

In der Praxis

Wenn ein Patient sein Statin absetzt, weil er Muskelschmerzen fürchtet, nützt kein Dispenser. Wenn er die Blutdrucktablette vergisst, weil sie mittags fällig ist, hilft ein Wechsel auf ein Präparat für morgens. Beides zu unterscheiden ist die eigentliche Beratungsleistung.

Merke: Erst die Ursache: Vergessen braucht Hilfsmittel, Zweifel brauchen das Gespräch.
Was sind arzneimittelbezogene Probleme?
Antwort

Ein arzneimittelbezogenes Problem ist jedes Ereignis rund um die Arzneitherapie, das den gewünschten Behandlungserfolg tatsächlich stört oder stören könnte. Der Begriff ist bewusst weit gefasst: Er umfasst nicht nur Nebenwirkungen, sondern auch eine falsche Dosis, eine fehlende Indikation, ein fehlendes Arzneimittel bei bestehender Indikation, Wechselwirkungen, Anwendungsfehler und mangelnde Therapietreue.

Definition

Man unterscheidet manifeste Probleme, die schon eingetreten sind, von potenziellen Problemen, die erst drohen. In der Apotheke ordnet man sie meist nach dem Schema der PCNE-Klassifikation, das zwischen dem Problem selbst, seiner Ursache und der ergriffenen Maßnahme trennt.

In der Praxis

Beispiele aus dem Alltag: Ein Patient nimmt sein Bisphosphonat zum Frühstück, ein Diabetiker hat kein Metformin mehr, weil er die Nachbestellung vergaß, eine Seniorin bekommt drei Präparate mit dem gleichen Wirkstoff unter verschiedenen Namen. Alle drei Fälle wirken harmlos, kosten aber Wirkung oder gefährden den Patienten.

Merke: Ein arzneimittelbezogenes Problem ist jeder Umstand, der den Therapieerfolg gefährdet — nicht nur die Nebenwirkung, sondern auch die falsche Anwendung, die fehlende Therapie und die Untreue zur Einnahme.
Wie wurde die PRISCUS-Liste erstellt?
Antwort

Mit einer Delphi-Befragung: Eine Vorauswahl von Wirkstoffen aus internationalen Listen und der Literatur wurde einem Kreis von Fachleuten aus Geriatrie, Pharmakologie, Pharmazie und Allgemeinmedizin vorgelegt. Diese bewerteten in mehreren anonymen Runden, ob der Wirkstoff für ältere Menschen ungeeignet ist. Wirkstoffe, bei denen sich die Runde einig war, kamen auf die Liste; bei fehlender Einigkeit blieb der Wirkstoff außen vor oder erhielt eine Anmerkung.

In der Praxis

Das erklärt eine Eigenheit der Liste: Sie beruht auf Expertenkonsens, nicht auf Studien zu jedem einzelnen Wirkstoff. Das ist auch der Grund, warum nationale Listen sich unterscheiden — andere Verordnungsgewohnheiten, andere Marktverfügbarkeit, andere Fachleute.

Merke: Delphi-Verfahren: mehrere anonyme Bewertungsrunden bis zum Expertenkonsens — deshalb national verschieden.
Weitere Fragen aus Arzneimitteltherapiesicherheit (Antworten in der App):

… und 77 weitere.

Kenntnisprüfung Apotheker

2.201 Fragen der mündlichen Kenntnisprüfung mit ausformulierten Antworten — Recht, Pharmakologie, Klinische Pharmazie, Rezeptur und Galenik. Gegliedert in Antwort, Praxis, Rechtsgrundlage und Merksatz. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.

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