Kenntnisprüfung Apotheker: Galenik und Darreichungsformen
85 Fragen zu Galenik und Darreichungsformen stehen in der App, jede mit ausformulierter Antwort zum Aufsagen. Drei davon hier vollständig.
Wie bestimmt man die Viskosität?
Die Viskosität ist der Widerstand einer Flüssigkeit gegen das Fließen. Für einfache, newtonsche Flüssigkeiten misst man sie mit Kapillarviskosimetern nach Ubbelohde oder Ostwald: Man stoppt die Zeit, die ein festgelegtes Volumen braucht, um durch eine Kapillare zu fließen, und rechnet über eine Gerätekonstante um. Das Kugelfallviskosimeter nach Höppler misst die Fallzeit einer Kugel durch die Flüssigkeit in einem geneigten Rohr. Für nicht-newtonsche Systeme — Salben, Gele, Suspensionen — braucht man Rotationsviskosimeter, bei denen ein Zylinder oder Kegel in der Probe gedreht und das Drehmoment bei verschiedenen Geschwindigkeiten gemessen wird; nur so erhält man die Fließkurve.
Das Arzneibuch beschreibt alle drei Methoden. Kapillar- und Kugelfallgeräte liefern einen Wert, der nur für newtonsche Flüssigkeiten sinnvoll ist — Öle, Sirupe, verdünnte Lösungen. Bei einem Gel hängt die Viskosität von der Scherrate ab, und ein einzelner Wert wäre bedeutungslos. Die Temperatur muss immer angegeben werden, weil die Viskosität mit ihr stark abnimmt.
Wie wird die Bioverfügbarkeit bestimmt?
Durch eine pharmakokinetische Studie an gesunden Probanden, meist im Cross-over-Design: Jeder Proband erhält nacheinander mit ausreichendem Abstand beide zu vergleichenden Formen. Nach der Gabe werden über einen festgelegten Zeitraum Blutproben genommen und die Wirkstoffkonzentration im Plasma gemessen. Aus den Werten wird die Konzentrations-Zeit-Kurve gezeichnet, und daraus liest man die drei Kenngrößen ab: die Fläche unter der Kurve als Maß für das Ausmaß, die maximale Konzentration und die Zeit bis zum Maximum als Maß für die Geschwindigkeit.
Wo eine Messung im Plasma nicht möglich ist, etwa bei lokal wirkenden Inhalativa oder Dermatika, behilft man sich mit pharmakodynamischen Endpunkten oder Urinkonzentrationen. Für Wirkstoffe mit sehr langer Halbwertszeit wird das Design zum Parallelgruppenvergleich, weil eine Auswaschphase zu lange dauern würde.
Im Notfalldepot gibt es kein Fentanylpflaster. Was tun Sie?
Wenn ein Opioidpflaster nicht rechtzeitig beschafft werden kann, muss die Versorgung mit einer anderen Opioidform überbrückt werden — und dafür braucht es die Umrechnung über die Äquivalenzdosen. Fentanyl 25 Mikrogramm pro Stunde entspricht etwa 60 Milligramm oralem Morphin pro Tag; 12 Mikrogramm entsprechen etwa 30 Milligramm. Das lässt sich in retardiertes Morphin, Oxycodon oder Hydromorphon übersetzen, wobei beim Opioidwechsel üblicherweise um ein Viertel bis ein Drittel reduziert und mit einer Bedarfsmedikation aufgefangen wird.
Die Entscheidung trifft der Arzt; die Apotheke liefert die Rechnung, den Hinweis auf das Hautdepot — nach Abziehen des alten Pflasters beginnt die orale Gabe erst nach zwölf Stunden — und die Erinnerung, dass für die neue Form ein Betäubungsmittelrezept nötig ist. Alternativ kann eine Nachbarapotheke oder der Großhandel per Eilbestellung das Pflaster oft innerhalb weniger Stunden liefern; im Notdienst ist auch die Abgabe einer Teilmenge möglich.
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… und 67 weitere.
Kenntnisprüfung Apotheker
2.201 Fragen der mündlichen Kenntnisprüfung mit ausformulierten Antworten — Recht, Pharmakologie, Klinische Pharmazie, Rezeptur und Galenik. Gegliedert in Antwort, Praxis, Rechtsgrundlage und Merksatz. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.
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