Apotheker-Prüfungen

Kenntnisprüfung Apotheker: Betäubungsmittelrecht

110 Fragen zu Betäubungsmittelrecht stehen in der App, jede mit ausformulierter Antwort zum Aufsagen. Drei davon hier vollständig.

Was ist im Betäubungsmittelgesetz geregelt?
Antwort

Das Betäubungsmittelgesetz regelt den gesamten Umgang mit Stoffen, die abhängig machen können — also Anbau, Herstellung, Handel, Einfuhr, Ausfuhr, Abgabe, Erwerb und Besitz. Sein Zweck ist doppelt: Es soll den Missbrauch verhindern und zugleich die medizinisch notwendige Versorgung sichern. Deshalb verbietet es diese Stoffe nicht schlicht, sondern stellt jeden Umgang unter Erlaubnisvorbehalt und knüpft ihn an lückenlose Nachweise. Welche Stoffe erfasst sind, sagt das Gesetz nicht im Text, sondern in drei Anlagen, die durch Rechtsverordnung fortgeschrieben werden. Das Verschreiben und die Abgabe selbst hat der Gesetzgeber ausgelagert — dafür gibt es eine eigene Verordnung.

Rechtsgrundlage

Der Stoffbegriff steht in § 1 BtMG mit seinen drei Anlagen, der Erlaubnisvorbehalt in § 3 BtMG. Verschreiben und Abgeben regelt § 13 BtMG — und auf dessen Ermächtigung stützt sich die Verschreibungsverordnung.

Merke: Zweck ist beides zugleich: Missbrauch verhindern und die Versorgung der Patienten sichern. Wer nur das Verbot nennt, hat die halbe Antwort.
Was ist eine ausgenommene Zubereitung?
Antwort

Eine ausgenommene Zubereitung ist ein Arzneimittel, das zwar einen Stoff aus den Anlagen enthält, wegen seiner geringen Konzentration und seiner Darreichungsform aber aus dem Betäubungsmittelrecht herausgenommen ist. Die Anlagen selbst benennen diese Ausnahmen, jeweils mit einer Obergrenze für den Gehalt je abgeteilter Form und oft mit der zusätzlichen Bedingung, dass die Zubereitung nicht zur Injektion bestimmt sein darf. Ist die Grenze eingehalten, ist das Präparat verschreibungspflichtig, aber kein Betäubungsmittel: normales Rezept, keine Karteikarte, kein Tresor.

Rechtsgrundlage

Die Ausnahmen stehen in den Anlagen selbst, jeweils hinter dem Stoff, zu dem sie gehören — nicht im Gesetzestext davor. Dort finden Sie auch die Gehaltsgrenze und den Zusatz, dass keine Zubereitung zur Injektion erfasst ist.

In der Praxis

Die klassischen Beispiele fragt jede Prüferin ab. Codein und Dihydrocodein als Hustenmittel oder Analgetikum bleiben unterhalb der Grenze ausgenommen — deshalb kommt der Hustensaft auf ein gewöhnliches Rezept. Tilidin mit Naloxon ist als nicht retardierte Zubereitung ausgenommen; die retardierte Form dagegen fällt unter das Betäubungsmittelrecht und braucht ein BtM-Rezept. Genau dieses Paar wird gern gegenübergestellt.

Merke: Ausgenommen heißt verschreibungspflichtig, aber kein BtM. Bei Tilidin entscheidet die Retardierung: retardiert ist BtM, nicht retardiert nicht.
Bekommt ein Patient in einer Notlage Betäubungsmittel auch ohne Rezept?
Antwort

Ohne irgendeine ärztliche Verschreibung nicht — anders als bei gewöhnlichen verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, wo die Betriebsordnung in dringenden Fällen eine Abgabe in kleinster Packung nach Rücksprache erlaubt, gibt es beim Betäubungsmittel keine solche Notabgabe.

Was es gibt, sind zwei andere Wege:

Die Notfallverschreibung: Der Arzt verschreibt auf gewöhnlichem Formular mit dem Wort darauf, und die Apotheke gibt ab. Es liegt also eine ärztliche Verschreibung vor, nur nicht auf dem amtlichen Formblatt.

Die Abgabe im dringenden Fall bei einem fehlerhaften Rezept und nicht erreichbarem Arzt — auch hier existiert eine Verschreibung, sie ist nur unvollständig.

Rechtsgrundlage

Es gibt keine dem Notdienst-Ausnahmefall der Apothekenbetriebsordnung entsprechende Regelung. Einschlägig sind allein § 8 Abs. 6 BtMVV und § 12 Abs. 2 BtMVV — beide setzen eine ärztliche Verschreibung voraus.

In der Praxis

Für den Patienten heißt das praktisch: Wer sein Schmerzmittel im Urlaub vergessen hat, braucht einen Arzt — den Notdienst, die Ambulanz. Ihre Aufgabe ist dann, ihm den kürzesten Weg dorthin zu zeigen, nicht das Mittel zu geben.

Merke: Keine Notabgabe ohne ärztliche Verschreibung. Notfallverschreibung und dringende Abgabe setzen beide einen Arzt voraus.
Weitere Fragen aus Betäubungsmittelrecht (Antworten in der App):

… und 92 weitere.

Kenntnisprüfung Apotheker

2.201 Fragen der mündlichen Kenntnisprüfung mit ausformulierten Antworten — Recht, Pharmakologie, Klinische Pharmazie, Rezeptur und Galenik. Gegliedert in Antwort, Praxis, Rechtsgrundlage und Merksatz. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.

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