Apotheker-Prüfungen

Kenntnisprüfung Apotheker: Hygiene und Arbeitsschutz

40 Fragen zu Hygiene und Arbeitsschutz stehen in der App, jede mit ausformulierter Antwort zum Aufsagen. Drei davon hier vollständig.

Wann setzt man FFP1-Masken ein?
Antwort

FFP1 hält mindestens 80 Prozent der Prüfpartikel zurück, bei einer Gesamtleckage bis 22 Prozent, und ist für ungiftige Stäube gedacht — der Arbeitsplatzgrenzwert darf höchstens um das Vierfache überschritten sein: Holzstaub beim Schleifen, Zementstaub, Mehlstaub, Pollen, Baustaub, Tierhaare. Sie ist kein Schutz vor Infektionserregern, krebserzeugenden Stäuben, Zytostatika oder radioaktiven Partikeln. Für die Apotheke spielt sie beim Verkauf für Heimwerker und Allergiker eine Rolle, im eigenen Betrieb praktisch keine — die Rezeptur verlangt bei staubenden, gefährlichen Stoffen mindestens FFP2, bei CMR-Stoffen FFP3.

In der Praxis

Die Stufen zur Einordnung: FFP1 bis zum Vierfachen des Grenzwerts, FFP2 bis zum Zehnfachen — für gesundheitsschädliche Stäube, Rauche, Aerosole, Schimmelsporen, Bakterien und Viren, FFP3 bis zum Dreißigfachen — für giftige, krebserzeugende, radioaktive Partikel und hochinfektiöse Erreger. Der Kunde, der Dämmwolle verlegen will, braucht FFP2, weil Mineralfasern reizen; beim Abschleifen alter Farbe mit Blei FFP3; beim Rasenmähen mit Heuschnupfen reicht FFP1 oder eine OP-Maske. Immer nachfragen, wogegen — die Klasse folgt dem Stoff, nicht dem Preis.

Merke: FFP1: 80 %, ungiftiger Staub bis zum Vierfachen des Grenzwerts — Holz, Zement, Pollen; nie gegen Erreger oder CMR-Stoffe.
Desinfektionsmittel, Heilwasser, Pflanzendestillate, getrocknete Pflanzenteile — wer darf sie verkaufen?
Antwort

Das entscheidet die Einordnung des Produkts. Desinfektionsmittel für Flächen, Hände und Haut sind meist Biozidprodukte nach der Biozid-Verordnung und dürfen von jedem Händler verkauft werden, der die Vorgaben für die Abgabe einhält — Sachkunde nach Chemikalien-Verbotsverordnung nur bei bestimmten Gefahrstoffkategorien, Werbung nur mit dem Pflichthinweis „Biozidprodukte vorsichtig verwenden“. Ein Händedesinfektionsmittel mit Zulassung als Arzneimittel — etwa zur Hautantiseptik vor Injektionen — ist apothekenpflichtig. Heilwässer, Pflanzendestillate wie Rosenwasser und getrocknete Pflanzenteile wie Kamillenblüten oder Pfefferminzblätter stehen in der Freiverkäuflichkeits-Verordnung zu § 44 AMG: Sie dürfen auch außerhalb der Apotheke verkauft werden — im Reformhaus, in der Drogerie — von Personen mit Sachkenntnis nach § 50 AMG.

In der Praxis

Die Grenzen: Freiverkäuflich sind Pflanzenteile nur als Ganzes, geschnitten oder grob gepulvert, ohne Zusatz von Wirkstoffen, nicht als Extrakt und nicht bei Pflanzen der Anlage zur Verordnung — Tollkirsche, Fingerhut, Eisenhut bleiben apothekenpflichtig. Heilwässer müssen als Arzneimittel zugelassen oder registriert sein; das Mineralwasser aus dem Supermarkt ist ein Lebensmittel. Rosenwasser als Kosmetikum unterliegt der Kosmetik-Verordnung, als Arzneimittel der Verordnung nach § 44. Ein Produkt, das eine Krankheit heilen soll und nicht in der Liste steht, ist apothekenpflichtig, gleich wie natürlich es ist. Und die Sachkenntnis nach § 50 — Ausbildung im Einzelhandel mit Arzneimittelprüfung — braucht der Drogist, nicht die Apothekerin, die sie durch die Approbation besitzt.

Merke: Biozid: jeder Händler. Arzneimittel-Desinfektion: Apotheke. Heilwasser, Destillate, Drogen nach § 44 AMG: freiverkäuflich mit Sachkenntnis nach § 50.
Ein Großhändler bietet Ihnen FFP2-Masken aus China an — welche Voraussetzungen gelten für das Inverkehrbringen?
Antwort

Die Herkunft ist gleichgültig, das Verfahren nicht: Die Maske muss die PSA-Verordnung erfüllen — EU-Baumusterprüfung durch eine in der EU notifizierte Stelle, Überwachung der Produktion, EU-Konformitätserklärung, CE-Zeichen mit Nummer der Stelle, Kennzeichnung nach EN 149 mit Klasse und NR/R, Gebrauchsanleitung in deutscher Sprache und Name und Anschrift des Herstellers sowie eines Einführers in der EU. Ein chinesisches Prüfzertifikat nach GB 2626 — die KN95 — ist keine FFP2, auch wenn die Filterleistung 95 Prozent beträgt: andere Prüfmethode, keine Leckageprüfung am Probanden, keine EU-Stelle. Die pandemiebedingten Ausnahmen, mit denen 2020 KN95-Masken zugelassen wurden, sind beendet.

In der Praxis

Prüfung beim Angebot: Konformitätserklärung anfordern und die vierstellige Nummer in der NANDO-Datenbank der EU-Kommission nachschlagen — steht die Stelle nicht dort oder ist sie nicht für PSA-Verordnung und Atemschutz notifiziert, ist das Zertifikat wertlos. Nach 2020 kursierten tausende gefälschte Zertifikate, oft von Stellen, die nur Maschinen prüfen dürfen. Zweite Prüfung: Ist der EU-Einführer angegeben — wenn der Großhändler selbst importiert, trägt er die Herstellerpflichten. Wer eine nicht konforme Maske als FFP2 verkauft, haftet als Händler selbst; die Marktüberwachung der Länder zieht solche Ware aus dem Verkehr, und die Kundin, die sich auf den Schutz verlassen hat, kann Schadenersatz verlangen.

Merke: Egal woher: EU-Baumusterprüfung, Konformitätserklärung, CE mit NANDO-geprüfter Nummer, EU-Einführer — KN95 ist keine FFP2.
Weitere Fragen aus Hygiene und Arbeitsschutz (Antworten in der App):

… und 22 weitere.

Kenntnisprüfung Apotheker

2.201 Fragen der mündlichen Kenntnisprüfung mit ausformulierten Antworten — Recht, Pharmakologie, Klinische Pharmazie, Rezeptur und Galenik. Gegliedert in Antwort, Praxis, Rechtsgrundlage und Merksatz. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.

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