Apotheker-Prüfungen

Kenntnisprüfung Apotheker: Herz und Kreislauf

135 Fragen zu Herz und Kreislauf stehen in der App, jede mit ausformulierter Antwort zum Aufsagen. Drei davon hier vollständig.

Ab welchen Werten spricht man von Bluthochdruck?
Antwort

In der Praxismessung gilt ein Blutdruck ab 140 zu 90 mmHg als Hochdruck. Darunter staffelt sich:

optimal — unter 120 zu 80; normal — bis 129 zu 84; hochnormal — bis 139 zu 89; Grad 1 — ab 140 zu 90; Grad 2 — ab 160 zu 100; Grad 3 — ab 180 zu 110.

Für die Selbstmessung zu Hause liegt die Grenze niedriger, bei etwa 135 zu 85, weil zu Hause die Anspannung fehlt.

Ein einzelner hoher Wert ist noch keine Diagnose. Nötig sind wiederholte Messungen an verschiedenen Tagen, und die Diagnose stellt der Arzt.

Erhöht ist der Druck schon dann, wenn einer der beiden Werte darüber liegt — der systolische allein genügt.

Beratung

Was Sie einem Kunden mit einem einzelnen hohen Wert sagen:

Nicht erschrecken. Aufregung, Kaffee, eine Treppe, ein Streit — der Druck schwankt über den Tag erheblich.

Mehrfach messen, morgens und abends, über eine oder zwei Wochen, und die Werte aufschreiben.

Zum Arzt, wenn die Werte wiederholt über der Grenze liegen.

Sofort zum Arzt oder in die Klinik bei Werten über 180 zu 110 mit Beschwerden — Kopfschmerz, Sehstörung, Luftnot, Brustschmerz, neurologische Ausfälle. Das ist ein Notfall.

Der wichtigste Satz für die Beratung: Hoher Blutdruck tut nicht weh. Deshalb wird er so lange übersehen und deshalb setzen so viele ihre Tabletten ab, sobald sie sich gut fühlen. Wer das anspricht, hat mehr für die Therapietreue getan als mit jeder Erklärung des Wirkmechanismus.

Merke: Ab 140 zu 90 in der Praxis, ab 135 zu 85 zu Hause — und einer der beiden Werte genügt.
Ein Patient mit Ramipril möchte Kalium kaufen — was sagen Sie?
Antwort

Sie geben es nicht ab — jedenfalls nicht ohne ärztliche Abklärung.

Der Grund liegt im Wirkmechanismus: Ramipril senkt über die verringerte Bildung von Angiotensin II auch das Aldosteron. Weniger Aldosteron heißt weniger Kaliumausscheidung in der Niere — der Kaliumspiegel steigt also ohnehin schon.

Kommt Kalium von außen hinzu, droht eine Hyperkaliämie. Sie ist gefährlich, weil sie das Herz betrifft: Herzrhythmusstörungen bis zum Kammerflimmern und Herzstillstand. Und sie ist heimtückisch, weil sie kaum Beschwerden macht — allenfalls Muskelschwäche, Kribbeln oder Übelkeit.

Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, Diabetiker und alle, die zusätzlich ein kaliumsparendes Diuretikum oder Spironolacton nehmen.

Beratung

Wie Sie das Gespräch führen:

Fragen Sie zuerst, warum er Kalium möchte. Oft steht dahinter etwas anderes: Wadenkrämpfe, Müdigkeit, ein im Internet gelesener Rat, ein alter Laborwert.

Bei Wadenkrämpfen ist Magnesium der naheliegendere Gedanke — und auch das gehört bei Niereninsuffizienz überlegt.

Fragen Sie nach der übrigen Medikation. Nimmt er zusätzlich Spironolacton oder Amilorid, ist die Sache umso klarer.

Verweisen Sie auf den Arzt, der den Wert bestimmen kann. Ein Kaliumspiegel ist schnell gemessen, und danach lässt sich entscheiden.

Warnen Sie auch vor dem Diätsalz — Kaliumchlorid statt Natriumchlorid, dieselbe Falle. Und vor kaliumreichen Nahrungsergänzungsmitteln.

Dieselbe Überlegung gilt für Sartane, Spironolacton, Eplerenon, Amilorid und Triamteren. Wer eines davon nimmt, bekommt kein Kalium über den Ladentisch.

Merke: ACE-Hemmer heben das Kalium ohnehin — kein Kaliumpräparat und kein Diätsalz dazu.
Nach welchem Prinzip messen die Geräte den Blutdruck?
Antwort

Es gibt zwei Verfahren, und ein Prüfer fragt gern nach beiden.

Auskultatorisch — nach Riva-Rocci und Korotkow. Die Manschette wird über den systolischen Druck aufgepumpt und langsam abgelassen. Mit dem Stethoskop hört man in der Ellenbeuge die Korotkow-Geräusche: Ihr erstes Auftreten markiert den systolischen, ihr Verschwinden den diastolischen Wert. Die Geräusche entstehen durch die verwirbelte Strömung im teilweise zusammengedrückten Gefäß.

Oszillometrisch — das Prinzip fast aller elektronischen Geräte. Gemessen werden die Druckschwankungen in der Manschette, die die Pulswelle erzeugt. Ihre Amplitude wächst, erreicht ein Maximum und fällt wieder ab; das Maximum entspricht dem mittleren arteriellen Druck, und aus dem Verlauf berechnet ein Algorithmus systolischen und diastolischen Wert.

Der oszillometrische Wert ist also zum Teil errechnet, nicht gemessen — das erklärt, warum die Geräte bei Rhythmusstörungen unzuverlässig werden.

Beratung

Woran sich ein gutes Gerät erkennen lässt:

Ein Prüfsiegel einer anerkannten Stelle, das die klinische Validierung belegt.

Oberarm statt Handgelenk. Das Oberarmgerät ist genauer; das Handgelenkgerät verzeiht keine falsche Haltung, weil es exakt auf Herzhöhe gehalten werden muss.

Die richtige Manschettengröße — der Oberarmumfang wird gemessen, nicht geschätzt.

Eine Erkennung von Rhythmusstörungen, wenn Vorhofflimmern im Raum steht.

Weitere Hinweise, die dazugehören:

Geräte altern. Alle zwei Jahre sollte die Messgenauigkeit überprüft werden.

Bei Vorhofflimmern sind oszillometrische Geräte oft ungenau; dort ist die auskultatorische Messung durch den Arzt zuverlässiger.

Das Blutdruckmessgerät ist übrigens ein Medizinprodukt und je nach Ausführung als Hilfsmittel verordnungsfähig.

Merke: Auskultatorisch hört man Korotkow, oszillometrisch misst das Gerät Druckschwankungen und rechnet.
Weitere Fragen aus Herz und Kreislauf (Antworten in der App):

… und 117 weitere.

Kenntnisprüfung Apotheker

2.201 Fragen der mündlichen Kenntnisprüfung mit ausformulierten Antworten — Recht, Pharmakologie, Klinische Pharmazie, Rezeptur und Galenik. Gegliedert in Antwort, Praxis, Rechtsgrundlage und Merksatz. Vollständig offline, ohne Konto, Einmalkauf ohne Abo.

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